Land setzt sich für nachhaltige Textilwirtschaft ein

20.04.2021 Um die massenhafte Vernichtung von Kleidungsstücken zu reduzieren, dringt Rheinland-Pfalz bei der Umweltministerkonferenz auf eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft und auf Nachhaltigkeit bei Textilien. «Aufgrund der Zunahme an zurückgesendeten und unverkauften Textilien werden viele Kleidungsstücke ungetragen vernichtet», sagte Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) am Dienstag in Mainz. «Die Corona-Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft: Nach Schätzungen steht eine Vernichtung von rund 500 Millionen neuer Kleidungsstücke an.»

Anne Spiegel steht bei einer Veranstaltung. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Textilproduktion hat sich dem Ministerium zufolge seit 2002 weltweit verdoppelt. Modemarken brächten bis zu 24 Kollektionen pro Jahr zu niedrigen Preisen und mit geringerer Qualität auf den Markt. Die Konsequenz: Ein erheblicher Ressourcenverbrauch, denn die Produktion von Kleidung brauche große Mengen an Wasser und Energie. «Durch die Verlängerung der Lebensdauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre können wir 24 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen», sagte Spiegel. «Zum Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt müssen wir daher das Recyceln von Textilien stärken und dafür einen europaweiten Markt schaffen.»

Die Umweltministerkonferenz berate am kommenden Freitag über den rheinland-pfälzischen Antrag. Darin werde eine zügige Vorlage der Transparenzverordnung vom Bund gefordert, die die Textilhersteller dazu verpflichte, nachvollziehbar zu dokumentieren, wie sie mit unverkaufter Ware umgingen. Notwendig seien zudem Bundesvorgaben, damit das Vernichten der Ware nicht kostengünstiger sei als das Spenden von Kleidungsstücken. Spiegel fordert, Informationen über die Lebensdauer und Kreislauffähigkeit von Textilien in bestehende Label wie den grünen Knopf aufzunehmen. In Rheinland-Pfalz gebe es bereits praktische Ansätze mit dem Projekt «Müll nicht rum».

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