Kabinett: Saar-Schulen nach Pfingsten wieder in Präsenz

18.05.2021 Sinkende Inzidenzzahlen machen es möglich: Saarländische Schüler sollen nach den Pfingstferien wieder in einen vollstständigen Präsenzunterricht starten. Am Dienstag gab das Kabinett dazu grünes Licht.

Christine Streichert-Clivot (SPD), Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes, steht im Garten des Landtags. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sprach von einem «sehr starken» und «erleichternden Signal»: Nach den Pfingstferien sollen im Land ab dem 31. Mai wieder alle Schulen für den Vollpräsenz-Betrieb öffnen. Das beschloss das Kabinett nach einem Vorschlag von Streichert-Clivot am Dienstag. Zwingende Voraussetzung für die Rückkehr in den vollständigen Präsenzunterricht ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf Landesebene stabil unter 100 beträgt. Am Dienstag lag der landesweite Wert laut RKI bei 86,3.

Sollte ein Landkreis drei Tage in Folge über 100 liegen, fände entsprechend der Regelung der Bundesnotbremse, die noch bis 30. Juni gilt, weiterhin Wechselunterricht statt. Streichert-Clivot zeigte sich aber optimistisch, «dass wir in diese Situation nicht zurückfallen».

Präsenzunterricht im Vollbetrieb bedeute aber nicht «Präsenzunterricht wie wir ihn vor der Pandemie kannten, sondern selbstverständlich immer noch unter strikten Hygiene- und Infektionsschutzvorkehrungen». Auch bleibe es bei der Testpflicht zweimal in der Woche und bei einer festen Kohortenbildung unter den Jahrgängen. Lediglich der bislang erforderliche Abstand in den Klassen sei nicht mehr möglich. Sie halte jedoch nichts davon, «Impfungen zu koppeln an den Zugang zu Bildungsangeboten».

Nach Ansicht der Ministerin sei es «genau der richtige Schritt» gewesen, die Entscheidung der Schulöffnung zu treffen. Wesentliche Grundlage dafür sei die Entwicklung der Inzidenzwerte, die sich auch an den Schulen ausgewirkt habe. Seien Ende April noch 156 Schüler bei einem PCR-Test positiv getestet worden, seien es in der vergangenen Woche lediglich 48 gewesen. Aktuell befänden sich noch sieben Lehrkräfte, sieben Beschäftigte und 182 Schüler in Quarantäne. Gemessen an der Gesamtschülerzahl von über 120 000 sei dies «ein sehr geringer Wert».

Ursprünglich war die Rückkehr in den Vollpräsenz-Betrieb schon nach den Osterferien geplant gewesen. «Ich bin sehr froh, dass wir jetzt eine Perspektive für unsere Schülerinnen und Schüler haben und auch das klare Meinungsbild in der Landesregierung zu diesem Schritt», sagte Streichert-Clivot.

Aktuelle Studien hätten gezeigt, dass seit der Corona-Pandemie fast jedes dritte Kind inzwischen psychische Auffälligkeiten zeige. Man werde alles tun im Saarland, um nicht nur Lernrückstände sondern auch die sozial emotionale Förderung der Kinder aufzuarbeiten. Jeder Tag, an dem die Schüler früher zurück in den vollständigen Präsenzunterricht kehrten, habe ganz zentrale Bedeutung. Beim gemeinsamen Lernen gehe es nicht immer um den Unterrichtsstoff, sondern um persönliche Kontakte zu Gleichaltrigen «und den großen Wunsch, ein Stück Normalität in der Krise zurückzugewinnen».

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