Hoch fordert verlässliche Impfstofflieferungen

27.05.2021 Aufhebung der Impf-Prioritäten, Impfstoff für Jugendliche reservieren und Betriebsärzte einbeziehen: Gesundheitsminister Spahn weitet die Impfkampagne immer weiter aus. Jede Impfung ist wichtig - aber es fehlt noch immer genügend Stoff.

Clemens Hoch (SPD), Minister für Wissenschaft und Gesundheit. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der neue Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz, Clemens Hoch, fordert vom Bund mehr Transparenz bei den Impfstofflieferungen. Sie müssten mit mehr Vorlauf planbar für jede Woche verlässlich feststehen, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weckt eine sehr große Erwartungshaltung», sagte Hoch zu dessen Ankündigungen. Der CDU-Politiker will trotz Impfstoffknappheit von 7. Juni an auch Betriebs- und niedergelassenen Privatärzten das Impfen ermöglichen, die Priorisierung aufheben und Impfstoff für Kinder und Jugendliche reservieren. «Ohne ein geordnetes Verfahren macht es das für alle schwierig», sagte Hoch.

«Die Betriebsärzte konnten für die erste Woche Impfstoff bestellen, wissen aber nicht genau, wie viel sie bekommen», sagte Hoch als Beispiel. Und über die 32 Impfzentren in Rheinland-Pfalz: «Samstags geht der letzte Impfstoff vom Hof und wir hoffen, dass am Montag dann wieder genug da ist.» Allerdings: «Biontech liefert wie ein Uhrwerk direkt an die Länder. Bei den anderen Impfstoffen ist der Bund mit drin.» Die Hausärzte beschweren sich ebenfalls, dass sie vom Bund viel zu wenig Impfstoff bekommen.

Drei bis fünf Prozent der Termine in den Impfzentren würden nicht wahrgenommen, berichtete Hoch. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass die Menschen vorher ein Angebot von einem Haus- oder Facharzt bekommen, ihren Termin im Zentrum aber nicht abgesagt hätten. «Wir überbuchen inzwischen leicht, damit der Impfstoff auch abends weg ist», sagte Hoch.

«Das Land arbeitet die Prioritäten nach und nach ab, die Geschwindigkeit hängt davon ab, wie viel Impfstoff da ist und wie viel die Ärzte mitimpfen können», sagte Hoch. Und: «Jeden Tag melden sich noch Menschen neu für Prio-Gruppe 1 bis 2 an.» Gründe seien etwa ein neuer Job, die Schwangerschaft einer Kontaktperson oder auch der 70. oder 80. Geburtstag. Derzeit seien noch etwa 5000 Menschen in Prio-Gruppe 1 und 2 sowie 420 000 in Prio 3. Diese Menschen sollen vor allen anderen geimpft werden.

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