Handel, Museen und Fitness: Mainz lockert Corona-Regeln

27.05.2021 In der Landeshauptstadt öffnen Geschäfte, Außengastronomie und Museen. Politik und Verbände begrüßen die Öffnungen. Der Dehoga-Landesverband fordert weitere Lockerungen.

Zwei Gäste stoßen mit einem Bier an. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Bier draußen trinken, in der Stadt shoppen oder ins Museum gehen - all das ist für die Menschen in Mainz ab Donnerstag wieder möglich. Aufgrund deutlich weniger Corona-Neuinfektionen hat es in der Landeshauptstadt weitere Öffnungsschritte gegeben. 

GASTRONOMIE

Gastronomiebetriebe dürfen ihre Außenbereiche öffnen. Es gilt laut Stadtverwaltung aber die Pflicht zur Kontakterfassung sowie eine Testpflicht, außer für Geimpfte oder vollständig Genesene. «Es wird höchste Zeit, dass die Kollegen in Mainz zumindest Außen öffnen dürfen», sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Dehoga-Landesverbandes, Gereon Haumann, der Deutschen Presse-Agentur.

Aufgrund des wechselhaften Maiwetters sei bei einigen Gastronomen die Stimmung allerdings «verhalten». «Wir brauchen dringend den zweiten Schritt», sagte Haumann. Er forderte, auch die Innengastronomie zu öffnen. Das würde Planbarkeit für Betreiber und Gäste bieten. Wenn Gäste «im Regen ihr Schnitzel weiteressen müssen» sei die Befürchtung groß, dass sie nicht wiederkämen.

HANDEL

Der Handel darf unter den gleichen Bedingungen wie Lebensmittelgeschäfte wieder öffnen. «Wir freuen uns», sagte Thomas Scherer vom Handelsverband Rheinland-Pfalz. Die Lockerungen könnten sich positiv auf das Einkaufsverhalten auswirken. Scherer erwarte, dass es sowohl bei der Frequenz als auch beim Umsatz «nach oben geht». Er begrüßte, dass es keine Testpflicht in den Geschäften gebe, da diese eine Hürde für die Kunden darstelle. Entscheidend sei aber auch für seine Branche das Wetter. Gutes Wetter am Wochenende könnte sich positiv auf den Handel auswirken, so die Hoffnung.

TOURISMUS UND STADTLEBEN 

«Wir gehen davon aus, dass aufgrund der Öffnungen auch wieder mehr Besucher in der Stadt sein werden», sagte Susanne Ranglack von mainzplus Citymarketing. Auch das Reisegeschehen könnte zunehmen. Um einen Anreiz zu schaffen, in die Mainzer Innenstadt zu fahren, versprach die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) Händlern und Gastronomen am Donnerstag insgesamt 10 000 Parkkarten für Mainzer Parkhäuser im Wert von 18 000 Euro. Diese könnten die Tickets an ihre Kunden weitergeben.

KULTUR

Kulturveranstaltungen im Freien sind mit bis zu 100 Zuschauern möglich, und die Museen dürfen unter Auflagen wieder öffnen. «Als wir erfahren haben, dass wir ab heute wieder öffnen dürfen, ging durch das gesamte Team der Kunsthalle Mainz ein Aufatmen», teilte Stefanie Böttcher, Direktorin der Mainzer Kunsthalle, mit.

Der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Jürgen Hardeck (parteilos) besuchte anlässlich der Öffnung die Ausstellung des dänischen Konzeptkünstlers und Fotografen Joachim Koester in der Kunsthalle. «Es ist von großer Wichtigkeit, dass wir mit weiteren Lockerungen und Öffnungen verantwortungsvoll umgehen, damit wir den Kulturschaffenden wieder Perspektiven geben können», sagte er.

Auch das Gutenberg-Museum und das Naturhistorische Museum sind wieder geöffnet. Das Landesmuseum zeigt seine große Ausstellung «Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht» von Freitag an wieder - noch bis zum 13. Juni.

WEITERE LOCKERUNGEN

Auch die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Körpernahe Dienstleistungen wie Friseure, Fußpflege, Optiker, Hörakustiker und Logopäden sind wieder erlaubt. Auch Nagelstudios, Kosmetiksalons, Massagesalons, Tattoostudios und Piercingstudios können wieder arbeiten. Es gilt aber Maskenpflicht und Kontakterfassung. Die grundsätzliche Testpflicht entfällt. Bei Fitnessstudios gilt sie.

Eine Reihe von Einschränkungen bleiben aber noch: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist weiterhin auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten begrenzt. Dabei werden Kinder bis einschließlich 14 Jahren sowie vollständig geimpfte und genesene Menschen nicht mitgezählt. In den Fußgängerzonen der Altstadt sowie auf dem Bahnhofsvorplatz und am Rheinufer gilt weiterhin eine Maskenpflicht.

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