Bundeswehr-Reform wird Standort Koblenz nicht schwächen

31.05.2021 Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine Schwächung des großen Bundeswehrstandorts Koblenz im Zuge ihrer Reformpläne verneint. Sie gehe davon aus, dass der Standort «eher gestärkt als dass er sozusagen zurückgebaut wird», sagte sie am Montagabend in einer Videokonferenz. Es gehe bei der Strukturreform generell nicht um Personalabbau und Schließung von Standorten, sondern um eine «gewisse Umschichtung» in den Streitkräften zur Steigerung der Einsatzfähigkeit angesichts neuer internationaler Bedrohungen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Foto: Michael Kappeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gemäß einem kürzlich von Kramp-Karrenbauer vorgelegten Eckpunktepapier sollen die Streitkräfte auf vier «Dimensionen» - Heer, Luftwaffe, Marine und Cybertruppe - hin organisiert werden. Das Sanitätswesen wäre kein eigenständiger «Organisationsbereich» mehr, aber mit einem neuen Kommando Gesundheitsversorgung in Koblenz und einem Generalarzt der Bundeswehr im Verteidigungsministerium vertreten. Bislang ist in Koblenz auch das Kommando Sanitätsdienst angesiedelt.

Kramp-Karrenbauer sagte, das dort geplante Kommando Gesundheitsversorgung werde der «Arbeitsmuskel» des künftigen Generalarztes in ihrem Ministerium sein. «Die Arbeit wird ja im Zweifel auch ein Stück mehr werden» in Koblenz, ergänzte sie. Zum Austausch der europäischen Sanitätsdienste untereinander etwa mit Material und Patiententransporten in der Corona-Pandemie sagte die Ministerin, diese internationale Solidarität solle weiter gestärkt werden - auch dabei biete sich der Standort Koblenz hervorragend an.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte zuvor erneut konkrete Informationen zu den Auswirkungen der Reform auf die Bundeswehr in seinem Bundesland gefordert. Die Pläne zur Zukunft des wohl seine Eigenständigkeit verlierenden Sanitätsdienstes seien für ihn nicht nachvollziehbar. «Das nun vorgestellte Papier wirft leider mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die betroffenen Soldatinnen und Soldaten hängen damit im luftleeren Raum, der schnellstmöglich gefüllt werden sollte», mahnte Lewentz.

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