Bildungsministerin: Kein Platz für Antisemitismus an Schulen

10.06.2021 Die Kultusministerkonferenz nimmt Diskriminierung und Ausgrenzung von Juden in den Blick. Teil der Gedenkarbeit ist der Anne-Frank-Tag, der auch von Schulen in Rheinland-Pfalz mitgestaltet wird.

Ein Bild des jüdischen Mädchens Anne Frank ist zu sehen. Foto: -/ANP/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bildungsminister der Länder haben am Donnerstag eine gemeinsame Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule verabschiedet. Diese sei «ein ebenso klares wie bedeutendes Zeichen für unsere Schulen und unsere Schulgemeinschaften», sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Das Ministerium werde die Empfehlung gemeinsam mit den Schulen umsetzen. «Antisemitismus zeigt sich heute in vielfältigen Formen und er darf in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und unseren Bildungseinrichtungen keinerlei Platz haben.»

Die Kultusministerkonferenz (KMK) führte am Donnerstag ein Gespräch mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, den Vorsitzenden der Gemeinsamen Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens (BLK), Felix Klein und Samuel Salzborn, sowie dem Beauftragten der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus Ludwig Spaenle. Zum Lernen und Leben von Demokratie «gehört, dass Schülerinnen und Schüler unsere deutsche Geschichte kennenlernen und Gedenkarbeit leisten», sagte Hubig.

Einen festen Platz in der Gedenkarbeit der Schulen hat das Lesen des Tagebuchs von Anne Frank. Schulen in ganz Rheinland-Pfalz beteiligen sich mit unterschiedlichen Projekten und Formaten am bundesweiten Anne-Frank-Tag. Da der 12. Juni als Geburtstag der 1945 von den Nazis ermordeten Anne Frank diesmal auf einen Samstag fällt, wird die Gedenkarbeit der Schülerinnen und Schüler auf einen anderen Schultag verlegt. Der bundesweite Auftakt ist am Freitag in der Anne-Frank-Grundschule in Berlin.

«Anne Franks Geschichte macht den Holocaust und das Ausmaß des Schreckens für viele Jugendliche erst richtig begreifbar», sagte am Donnerstag die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig. «Durch die lebendigen Tagebucheinträge erfahren Mädchen und Jungen viel über die Schrecken des Nationalsozialismus, über Ausgrenzung, Angst, Bedrohung, Verfolgung und Ermordung, die Millionen von Leben ausgelöscht und zerstört haben.»

Dabei werde eine besondere Nähe möglich, weil die Texte unmittelbar aus der Feder einer Altersgenossin stammten. Der Gedenkarbeit und Demokratiebildung in den Bildungseinrichtungen komme eine große Bedeutung zu, wenn es darum gehe, sich gesamtgesellschaftlich gegen Ausgrenzung, Hass, Extremismus und Rassismus zu stellen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News