«Mega-Projekt»: Berechnungen zur Grundrente laufen an

21.06.2021 Die Rentenversicherung wird in den kommenden Monaten den kompletten Bestand von gut 640.000 Renten in Rheinland-Pfalz überprüfen. Es geht um mögliche Ansprüche auf die neue Grundrente. Doch große Beträge dürfen die Rentnerinnen und Rentner meist nicht erwarten.

Der Schriftzug "Die Grundrente" ist auf einem Schild zu lesen. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Deutsche Rentenversicherung in Rheinland-Pfalz wird demnächst damit beginnen, alle Renten in dem Bundesland mit Blick auf die im Januar eingeführte Grundrente zu prüfen. «Stand heute werden wir ab Juli in der Lage sein, die Berechnung der Grundrente technisch und personell zu stemmen», sagte Geschäftsführer Matthias Förster. «Sie ist ein Mega-Projekt für die gesamte Rentenversicherung.» Die Vorlaufzeit sei sehr kurz gewesen. Die Rentenversicherung habe neue Mitarbeiter eingestellt, die Technik modernisiert und die Sachbearbeiter und Berater geschult. «Wir arbeiten mit Hochdruck», berichtete Förster.

Allerdings habe die Rentenversicherung von Anfang an gesagt, dass sich die Grundrente nicht von heute auf morgen umsetzen lasse. «Und wir wollen beim Zuschlag keine falschen Hoffnungen wecken», betonte er. «Je nach Lebenslage kann der Zuschlag schon einmal ordentlich ausfallen, aber im Schnitt rechnen wir mit etwa 75 Euro im Monat und auch das nur, sofern 33 Jahre Grundrentenzeiten vorhanden sind.»

Da die Grundrente keine eigene Rente ist, sondern ein Zuschlag zu einer Rente, kann die Rentenversicherung nach eigenen Angaben ohne besonderen Antrag alle Renten überprüfen. Ein Antrag sei nicht erforderlich. Knackpunkt der neuen Leistung sei die «enorme Komplexität und die schiere Menge», erklärte Förster. Den Zuschlag könnten nicht nur die Neurentner erwarten, sondern auch die, die schon in Rente sind. «Wir müssen unseren kompletten Bestand von 641 000 Renten überprüfen. Für die Einkommensanrechnung brauchen wir Daten von den Finanzämtern», erklärte er weiter. «In dieser Dimension ist das für uns völlig neu.»

Laut Rentenversicherung wird die Grundrente gestaffelt ab Sommer 2021 ausgezahlt, und zwar rückwirkend zum Januar 2021. Zunächst sind ab Juli die Neurentner an der Reihe, dann folgen bis Dezember die Bezieher von Sozialleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung im Alter. Weiter geht es dann mit Versicherten mit Rentenbeginn vor 1992, gestaffelt nach Lebensalter. Im nächsten Jahr sollen alle weiteren Rentner mit Rentenbeginn nach 1992 folgen, ebenfalls gestaffelt nach Alter.

Anspruch auf die Grundrente haben den Angaben zufolge die Bezieherinnen und Bezieher einer Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente. Weitere Voraussetzung sind mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten, also Zeiten mit Pflichtbeiträgen, Kindererziehung oder Pflege sowie mit Leistungen wegen Krankheit oder Reha. Grundrente wird gezahlt für Zeiten mit einem Verdienst zwischen 30 und 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes, höchstens aber für 35 Jahre. Einkommen über einem Freibetrag von monatlich 1250 Euro bei Alleinstehenden und 1950 Euro bei Ehepaaren wird laut Rentenversicherung angerechnet.

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