Eher keine Zunahme von Ratten wegen Corona-Pandemie

22.06.2021 Menschen kaufen in der Pandemie häufiger Essen zum Mitnehmen - lockt der zusätzliche Müll mehr Ratten an? Die Kommunen sind wachsam.

Eine Ratte sitzt nachts an einer Häuserwand in der Innenstadt. Foto: Sabrina Hentschel/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gemeinden und Städte in Deutschland melden vereinzelt eine Zunahme von Ratten in der Kanalisation und an Müllcontainern. Eine stichprobenhafte Umfrage in Rheinland-Pfalz jedoch zeigt: Die Kommunen sind gewappnet und stellen in der Corona-Pandemie eher keine flächendeckende Zunahme der Ratten-Population fest.

«Im Vergleich zum Vorjahr sind weniger Meldungen eingegangen. Auch auf den öffentlichen Grünflächen gibt es keine besonderen Auffälligkeiten», heißt es etwa aus Mainz. Auch die zweitgrößte Stadt im Land teilt mit: «Bei der Rattenbekämpfung im Kanalnetz der Stadt Ludwigshafen ist eine Zunahme der Meldungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht festzustellen.» Zwar würden in den Sommermonaten häufiger Ratten gesichtet. «Einen allgemeinen Anstieg der Meldungen gegenüber 2019 lassen sich aus den Fallzahlen von etwa 140 Stück pro Jahr bei der Bekämpfung im Kanal nicht herauslesen.»

«Nein, hier erkennen wir kein erhöhtes Aufkommen», betont die Stadt Koblenz. Die Kommune bekämpfe Ratten jährlich in einer Aktion, bei der alle grundstückverwaltenden Stellen gemeinsam aktiv würden. Auch aus Speyer heißt es: «Bei der Stadtverwaltung sind in letzter Zeit keine signifikant angestiegenen Meldungen aus der Bevölkerung diesbezüglich zu verzeichnen.» Die Zahl der Meldungen sei konstant.

Die Kommune Landau teilte mit, dass der Dienstleister für die städtische Rattenbekämpfung generell in seinen betreuten Gebieten dieses Jahr ein verstärktes Rattenaufkommen festgestellt habe. «Im Jahr 2020 hatten wir 76 Meldungen. Bisher haben wir in diesem Jahr bis heute schon etwa 70 Meldungen erfasst, das heißt deutlich mehr als im Vergleich zum gesamten letzten Jahr», teilte die Kommune mit.

Pirmasens legte eine Statistik für die vergangenen Jahre vor. 2019 wurden demnach 11 und 2020 demnach 23 Ratten gemeldet. Für das laufende Jahr steht die Zahl bei 15. «Wenn die Zahlen 2021 gleichbleibend verlaufen, ist am Jahresende mit rund 30 Vorgängen zu rechnen», hieß es. «Diese Statistik bestätigt unsere subjektive Wahrnehmung, dass sich die Beschwerden über Ratten häufen.»

Die unliebsamen Nagetiere können Infektionskrankheiten übertragen. Gleichlautend bitten die Kommunen etwa, keine Speisereste in der Toilette zu entsorgen oder auf Spielplätzen und in Parks wegzuwerfen.

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