Menschen in Flutregion bereiten sich auf neuen Regen vor

24.07.2021 Die Hochwasserkatastrophe hat in Rheinland-Pfalz bislang 132 Todesopfer gefordert. Nun drohen der betroffenen Region neue Starkregenfälle. Einsatzkräfte und Bewohner bereiten sich vor.

Roger Lewentz (SPD) spricht. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den verheerenden Überflutungen in Rheinland-Pfalz blicken die Menschen im Ahrtal mit Sorge auf die Wetterprognosen fürs Wochenende. «Ich habe im Augenblick keine Hinweise darauf, dass Wassermengen drohen wie das der Fall gewesen ist», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dennoch trifft der Krisenstab Vorkehrungen. Rückzugsmöglichkeiten für die Bevölkerung sind laut Lewentz ebenso vorbereitet wie mögliche Lautsprecherdurchsagen für Warnungen. Man beobachte die Meldesituation «ganz, ganz aufmerksam», ergänzte er.

Die Zahl der Todesopfer in der Region stieg am Freitag weiter auf 132, das waren 4 mehr als am Vortag. Als vermisst gelten den Angaben zufolge noch 149 Personen, 766 Verletzte wurden behandelt.

Am Wochenende kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Die Regenmenge solle aber meist unterhalb der Warnschwelle bleiben. Nach den Vorhersagen des Wetterdienstes bestehe für die Ahr aber «keine richtige Hochwassergefahr», sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Linnertz, am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Eine Evakuierungsnotwendigkeit für das ganze Ahrtal werde nicht bestehen. Es könne aber sein, dass wegen erwarteter lokal begrenzter Starkregenereignisse ab Samstagnachmittag in manchen Gebieten die Menschen aufgefordert werden müssten, ihre Häuser zu verlassen.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm etwas weiter westlich teilte mit, es könne infolge des zurückliegenden Hochwassers vereinzelt kritische Situationen geben, auch wenn die Wetterprognose nicht als bedrohlich für den Kreis eingeschätzt werde. Der Katastrophenschutz treffe in Abstimmung mit den Feuerwehren Vorkehrungen, insbesondere würden Sandsäcke vorbereitet.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich über «zuverlässige Quellen» in Radio, Fernsehen und Internet oder entsprechende Warn-Apps auf dem Laufenden zu halten.

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