Hausärzte setzen Impfungen mit Astrazeneca fort

22.03.2021 Für ein Modellprojekt haben 39 Hausarztpraxen in Sachsen die Impfungen mit dem Präparat Astrazeneca fortgesetzt. «Die Nachfrage ist sehr groß, nur vereinzelt gibt es Absagen», sagte Axel Stelzner am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Pro Tag werden in seiner Hausarztpraxis in Lichtentanne (Landkreis Zwickau) derzeit zwischen 20 und 40 Patienten täglich geimpft, rund 600 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffes hat Stelzner bisher erhalten. Auch nach dem vorläufigen Stopp für den Impfstoff von Astrazeneca gebe es keine Mühe, das Vakzin «an den Mann oder die Frau zu bringen», betonte Stelzner. Impftermine in seiner Praxis seien bereits für 14 Tage im Voraus gebucht.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Praxis von Stelzner gehört zu 39 Hausarztpraxen im Freistaat, mit den das Impfen über Hausarztpraxen getestet werden soll. Die ausgewählten Modell-Praxen - unter anderem in Bad Elster, Hoyerswerda, Torgau und Annaberg-Buchholz - fungieren dabei als Außenstellen eines Impfzentrums. Befristet ist das Pilotprojekt bis Mitte April. Dann sollen die Hausärzte bundesweit verstärkt impfen. Eigentlich sollte das Pilotprojekt schon am Montag vor einer Woche beginnen, musste jedoch nach dem vorläufigen Impfstoff von Astrazeneca wieder gestoppt werden.

Der Sächsische Hausärzteverband hatte schon lange gefordert, die niedergelassenen Ärzte stärker in die Impfkampagne einzubinden und dabei auf kurze Wege und den engen Kontakt zu Patienten verwiesen.

Ab Montag sollten zudem mehr als 100 niedergelassene Ärzte im Vogtland mit Astrazeneca beliefert werden, um in der Hotspot-Region beim Impfen schneller voranzukommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums bekommen die Praxen voraussichtlich am Dienstag den entsprechenden Impfstoff. Man erwarte am Montag letzte Rückmeldungen von Ärzten über die Impfstoff-Bestellung, hieß es im Ministerium. Bisher wurden von 117 Praxen rund 16 800 Impfdosen geordert. Die Impfreihenfolge wurde in der Region aufgehoben. Jeder ab 18 soll sich dort impfen lassen können.

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