Zwickauer Ausstellung stillt Italiensehnsucht

26.03.2021 Die Corona-Pandemie erschwert Italien-Liebhabern das Reisen. In einer Ausstellung der Kunstsammlungen Zwickau können sie nun das Land zumindest durch die Augen von Künstlern Anfang des 20. Jahrhunderts erkunden - vorerst aber nur digital.

Eine Frau in der Ausstellung "Italiensehnsucht!" in den Kunstsammlungen Zwickau. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit seinen antiken Stätten und mediterranen Landschaften war Italien immer wieder Sehnsuchtsort und Inspiration für Künstler. «Italiensehnsucht!» ist folglich die neue Ausstellung der Kunstsammlungen Zwickau überschrieben, bei der Besucher auf den Spuren deutschsprachiger Künstler zwischen 1905 und 1933 wandeln können. Gezeigt werden von diesem Samstag an mehr als 100 Gemälde, Fotografien, Papierarbeiten und Skulpturen, wie Leiterin Petra Lewey sagte. Vertreten seien mehr als 30 Künstler wie Max Pechstein, Ernst Barlach, Gabriele Münter, Karl Schmidt-Rottluff und Anita Rée. Viele der Arbeiten stammen aus Privatbesitz oder aus anderen Museen.

Ein Fokus der Schau liegt auf Künstlerpaaren und -freunden, die gemeinsam Italien bereisten. Dazu zählten etwa Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, aber auch Maria Caspar-Filser und Karl Caspar. Vom Künstlerpaar Gertrud Eberz-Alber und Josef Eberz gibt es Ansichten von Amalfi als Aquarelle und Radierungen.

Italien habe Anfang des 20. Jahrhunderts viele Künstler der Avantgarde angelockt - neben anderen Orten wie Paris, erklärte Lewey. Exotische Vegetation, antike Stätten, reizvolle Landschaften und idyllische Küstenorte seien dabei zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung geworden - im Stile etwa des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.

Zunächst müssen sich Kunstinteressierte allerdings wegen der hohen Corona-Inzidenz mit der digitalen Präsentation begnügen. Laut Lewey wird dazu ab Samstag ein 360-Grad-Rundgang im Internet geboten. Geplant sind zudem Videos, in denen Mitarbeiterinnen ihre Lieblingskunstwerke vorstellen und eine App samt Quiz. «Wir hoffen sehr, die Ausstellung auch bald für Besucher öffnen zu können», betonte Lewey. Gerade nach den einsamen, dunklen Lockdown-Monaten seien die farbenprächtigen Italien-Bilder ein Augenschmaus.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Würzburger Museum im Kulturspeicher und dem August Macke Haus in Bonn und wird in Zwickau bis zum 30. Mai präsentiert.

© dpa-infocom GmbH

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