Coronavirus breitet sich weiter aus

28.03.2021 Die Erwartungen auf ein unbeschwertes Osterfest sind auch in Sachsen arg gedämpft. Kurz vor den Feiertagen nehmen die Infektionszahlen stark zu, Krankenhäuser müssen sich auf mehr Patienten einstellen.

Polizisten sperren den Neumarkt in Chemnitz. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Lage verschärft sich kurz vor Ostern in Sachsen deutlich. Der Wochenwert für Neuinfektionen nähert sich immer mehr der Marke von 200. Für Sonntag gab das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 183,0 an (bundesweit: 129,7). Am Vortag waren es in Sachsen 176,4. Am Sonntag vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 158,8.

Am stärksten ist im Freistaat nach wie vor das Vogtland betroffen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag 418,1. Weitere fünf Regionen haben Werte von mehr als 200: Landkreis Zwickau (289,5), Chemnitz (251,3), Erzgebirgskreis (249,9), Landkreis Nordsachsen (223,0) und Görlitz (201,0). Nur die Stadt Leipzig liegt mit 72,5 unter der Marke von 100.

Das sächsische Gesundheitsministerium meldete für den Samstag 1124 nachgewiesene Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit stieg Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Ausbruch der Pandemie vor gut einem Jahr auf 217 446. Laut Statistik sind in diesem Zeitraum 8324 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Der Landkreis Bautzen meldete am Wochenende zwei Todesopfer im Alter von 51 und 63 Jahren.

Dresden will angesichts steigender Corona-Infektionen ab kommenden Dienstag Regeln verschärfen. Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt bei 125,0 und schon den vierten Tag in Folge bei über 100. Damit sind nach den Regelungen der sächsischen Corona- Verordnung Verschärfungen fällig. Das betrifft unter anderem Kontaktbeschränkungen.

In einem Teil der Innenstadt sowie in Parks und Gärten, an Haltestellen, auf Parkplätzen oder vor gastronomischen Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet gilt ein Alkoholverbot. Andere Regelungen haben vorerst Bestand. Zunächst will man die neue Schutzverordnung des Landes Sachsen abwarten, die am Montagabend beschlossen und am Dienstag vorgestellt werden soll. Sie soll ab Donnerstag gelten.

Durch die Corona-Pandemie geraten Krankenhäuser nach Angaben der Krankenhausgesellschaft Sachsen zunehmend in wirtschaftliche Schieflage. «Es muss politisch dringend gehandelt werden, um die Budgets und die Liquidität der Häuser in diesem Jahr zu sichern», sagte der Vize-Geschäftsführer Friedrich München. Genaue Zahlen liegen derzeit aber noch nicht vor.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte beim Blick auf Krankenhäuser bereits am Freitag wegen deren zunehmender Auslastung mit Corona-Patienten Alarm geschlagen. «Die Lage ist ernst. Unsere Krankenhäuser steuern wieder auf die Belastungsgrenze zu.» Die Kliniken näherten sich wieder dem kritischen Wert, bei dem die Kapazitäten ausgeschöpft seien.

Ungeachtet der steigenden Infektionszahlen formierte sich am Wochenende erneut Protest gegen Corona-Schutzmaßnahmen. In Chemnitz versammelten sich gut 200 Menschen, obwohl die Stadt eine Kundgebung wegen der hochen Inzidenzzahlen untersagt hatte und zwei Gerichte das Verbot bestätigten. In Dresden liefen unangemeldet bis zu 600 Corona- Kritiker durch die Innenstadt. In Zwickau versammelten sich bei einer genehmigten Kundgebung 250 Menschen. Auch andernorts gab es Proteste.

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