CDU: Wanderwitz Spitzenkandidat für Bundestagswahl

17.04.2021 Die Bundestagswahl 2017 liegt der sächsischen CDU noch heute schwer im Magen. Erstmals wurde sie damals nicht zur stärksten Kraft im Freistaat und musste sich knapp der AfD geschlagen geben. Die Union will diese Scharte im September auswetzen.

Marco Wanderwitz (CDU) bei einer Veranstaltung. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die sächsische Union zieht mit Marco Wanderwitz an der Spitze in den Wahlkampf zur Bundestagswahl am 26. September. Der 45-Jährige wurde am Samstag auf einem Parteitag in Dresden mit 79,8 Prozent der Stimmen auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Wanderwitz ist Ostbeauftragter der Bundesregierung und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. In einer Rede grenzte er sich stark von der AfD und der Linkspartei ab. Die AfD sei eine rechtsradikale Partei, «destruktiv» und «rückwärtsgewandt». Man dürfe aber nicht alle Wähler dieser Partei verdammen und aufgeben.

Für Platz 2 der Landesliste gab es zwei Bewerberinnen. Die Politikwissenschaftlerin und Landtagsabgeordnete Christiane Schenderlein (39) setzte sich gegen die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (60) durch. Auf Platz 3 rangiert Markus Reichel. Dahinter folgen mit Yvonne Magwas und Carsten Körber zwei aktuelle Bundestagsabgeordnete. Insgesamt umfasst die Liste elf Frauen und acht Männer.

Generalsekretär Alexander Dierks zufolge will seine Partei den positiven Trend der Landtagswahl 2019 zu bestätigen und wieder stärkste Kraft werden. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte sie mit 26,9 Prozent der Stimmen hauchdünn hinter der AfD (27 Prozent) gelegen. Nach den Worten von Marco Wanderwitz geht es darum, diese Scharte auszuwetzen. Zur Landtagswahl 2019 hatte die CDU mit 32,1 Prozent der Zweitstimmen wieder vor der AfD (27,5 Prozent) gelegen.

CDU-Landeschef und Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte zu Beginn seiner Rede auf eine rasche Entscheidung in der Frage der Kanzlerkandidatur gedrängt. Diese Frage stehe als zentrales Thema im Raum, sagte er. Es gehe um die «vermutlich wichtigste Personalie in der Europäischen Union». Beide Kandidaten seien der Sachsen-CDU sehr vertraut, beide könnten das Amt ausfüllen. Die Entscheidung müsse zügig getroffen werden, «nicht in Wochen, sondern in Tagen, besser in Stunden». «Solange diese Entscheidung nicht getroffen ist, wird über nichts anderes gesprochen.» Eine Präferenz gab er weder für seinen bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU) noch für CDU-Bundeschef Armin Laschet.

Wegen der Corona-Pandemie kamen bei der Landesvertreterversammlung nur 100 statt wie üblich 200 Parteimitglieder zusammen. Zutritt gab es nur nach einem negativen Corona-Test. Zudem galt Maskenpflicht. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben einen eigenen Tisch.

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