Schmidt bringt Dynamo wieder auf Kurs: «Noch nichts perfekt»

02.05.2021 Nach zwei Spielen unter dem neuen Trainer Alexander Schmidt ist Dynamo Dresden zurück an der Tabellenspitze und findet - zum Nachteil der Konkurrenz - rechtzeitig im Endspurt seine Form wieder.

Dynamos Trainer Alexander Schmidt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ralf Becker schlenderte nach dem Schlusspfiff über den holprigen Rasen im Stadion am Lotter Kreuz. Der Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden blickte zufrieden, was nicht nur am 2:0-Sieg des Fußball-Drittligisten beim KFC Uerdingen liegt. Dynamo ist wieder in der Spur, eroberte vier Spieltage vor dem Saisonende die Tabellenspitze zurück. Hauptverantwortlich dafür ist wohl der neue Trainer Alexander Schmidt, den Becker wenig später freundschaftlich in den Arm nimmt.

Nur zwei Spiele nach der Entlassung von Markus Kauczinski und dem Amtsantritt von Schmidt zeigt Dynamo ein ganz anderes Gesicht. Die Formkurve geht wieder steil nach oben. Einen besseren Zeitpunkt dafür könnte es kaum geben. Nun hat die Konkurrenz um den Aufstieg wieder Druck. «Perfekt ist noch nichts. Wir sind noch nicht so weit, dass alles top ist. Das wäre der erste Rückschritt, wenn wir das denken», warnte Schmidt.

Dennoch hat der 52-Jährige der unter seinem Vorgänger Kauczinski zuletzt stark verunsicherten und vor allem ideenlosen Mannschaft neues Leben eingehaucht. Nach dem zwischenzeitlichen Absturz auf Platz vier der Tabelle glauben die Spieler wieder an sich und an die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Mit einem Sieg am kommenden Dienstag beim SC Verl können die Sachsen den nächsten großen Schritt machen. Denn parallel treffen der Zweite Hansa Rostock und Dritte FC Ingolstadt aufeinander. Beide rangieren punktgleich bzw. zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter.

Schmidts Ansatz ist nicht neu. Der Coach setzt in der Kürze der Zeit vor allem auf «Einsatz, Kampf, Leidenschaft, Herz, Zweikampfführung und Kompaktheit.» Das hatte er bei seiner Vorstellung am vergangenen Montag gefordert. Darauf schwört er seine Mannschaft ein. Und die liefert. «Was die Grundtugenden betrifft, bin ich sehr zufrieden», gibt Schmidt zu.

Der neue Trainer scheint die richtigen Hebel gefunden zu haben. Beispielhaft dafür: Panagiotis Vlachodimos. Der 29 Jahre alte Angreifer war unter Kauczinski ausgemustert. Nach seiner Vorlage nach Einwechslung am Mittwoch beim 1:0-Sieg gegen den MSV Duisburg durfte der Deutsch-Grieche gegen Uerdingen von Beginn an ran - und bedankt sich mit dem wichtigen Tor zum 1:0. «Ich bin sehr glücklich, dass ich getroffen habe und endlich wieder auf dem Platz stehe», gesteht Vlachodimos.

Auch er trägt seinen Teil dazu bei, dass Dynamo unter dem neuen Trainer deutlich flexibler geworden ist. Gegen Duisburg und Uerdingen setzte Schmidt auf zwei völlig unterschiedliche Systeme. Zum Ärger der Konkurrenz. Denn Dynamo ist nicht mehr ausrechenbar.

Auch im Endspurt der Meisterschaft wird und muss sich Schmidt seine Gedanken machen. Denn trotz der steigenden Form könnte die Frische Dynamos größtes Problem werden. Bis zum Abschluss Mitte Mai muss der Tabellenführer inklusive Sachsenpokal alle drei bzw. vier Tage ran. «Wir haben eine junge Mannschaft, die regeneriert schnell. Wenn ich im Kopf positiv bin, dann geht das auch schneller. Wir werden am Dienstag wieder topfit sein», sagte Schmidt mit Blick auf das nächste Spiel in Verl.

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