Leipzig weiter unter 100er Inzidenz: Ansturm auf Impftermine

10.05.2021 Die Nachfrage nach Impfterminen in Sachsen bleibt hoch - binnen weniger Stunden sind mehr als 15 000 weg. Leipzig kann unterdessen als derzeit einzige Stadt auf Lockerungen am Himmelfahrtswochenende hoffen.

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen hat es erneut einen Ansturm auf Impftermine gegeben. Innerhalb weniger Stunden waren am Montag mehr als 15 500 vergeben, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Twitter mitteilte. Allein für das Leipziger Impfzentrum wurden demnach rund 2400 Termine für Erstimpfungen vergeben; in Dresden waren es rund 2000, im Chemnitzer Impfzentrum knapp 2400. Mittags um 12 Uhr hatte das DRK die mehr als 15 000 Termine freigeschaltet. «Mit Sicherheit immer noch zu wenig für die große Nachfrage», hieß es. Anders als bisher vergibt das Deutsche Rote Kreuz nun immer regelmäßig montags, mittwochs und freitags neue Impftermine für die Impfzentren im Land.

In der vergangenen Woche hatte das Kabinett angekündigt, die 13 Impfzentren im Land länger als geplant, bis mindestens Ende Juli, offen zu lassen. Zudem gibt es auch mobile Impfzentren. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) besuchte am Montag eine solche Einrichtung in Markleeberg bei Leipzig, wo in zwei Aktionen rund 2300 Menschen geimpft wurden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in Sachsen mittlerweile knapp 29 Prozent der Menschen eine erste Impfung erhalten, knapp 13 Prozent gelten als vollständig geimpft.

Gleichzeitig gehen die Corona-Infektionszahlen im Freistaat leicht zurück. Landesweit sank der Inzidenzwert über das Wochenende auf aktuell 176,4 - am Freitag betrug er noch 184,3. Bundesweit liegt Sachsen damit nach wie vor auf Rang zwei hinter Thüringen (177,2) - und deutlich über dem Wert für Deutschland insgesamt: 119,1.

Corona-Hotspots sind weiterhin der Erzgebirgskreis mit der zugleich bundesweit dritthöchsten Inzidenz, die über das Wochenende von 305,7 auf 266,6 zurückging. Auch die Landkreise Mittelsachsen, Zwickau, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegen über der 200er Marke.

Anders stellt sich die Lage hingegen im Vogtland und in Nordsachsen dar: Dort geht die Zahl der Neuansteckungen zurück. Daher können Schulen und Kitas vom Mittwoch (12.5.) an wieder öffnen. In beiden Landkreisen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz seit fünf Werktagen unter der Grenze von 165. Damit ist eingeschränkter Regelbetrieb mit festen Gruppen in Kindertageseinrichtungen möglich, Schulen dürfen im Wechselmodell öffnen.

Die sogenannte Bundes-Notbremse sieht Distanzunterricht vor, wenn die Wocheninzidenz auf einen Wert über 165 steigt. Die Inzidenz gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfasst wurden. Bisher haben landesweit nur die Schulen und Kitas in Leipzig, Dresden sowie im Landkreis Leipzig im eingeschränkten Regelbetrieb und im Wechselmodell geöffnet.

Nach der bis Ende Mai geltenden neuen Landesverordnung sind zudem Lockerungen bei Außengastronomie, Kultur und Tourismus oder Kontaktbeschränkungen möglich, wenn die Marke in einer Region an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird. Unter Sachsens Landkreisen und Großstädten kann bisher jedoch nur Leipzig auf Öffnungen zu Himmelfahrt hoffen. Die Übersicht des Gesundheitsministeriums wies am Montagnachmittag einen Wert von 91,5 für die Messestadt aus. Es ist dort der dritte Werktag in Folge, an dem die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche unter der 100er Marke liegt.

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