BVB-Komplex beenden: RB Leipzig-Coach analysiert Niederlage

10.05.2021 Die Statistik spricht für den viermaligen DFB-Pokalsieger aus Dortmund, der allerdings auch schon fünf Finals verloren hat. RB Leipzig muss nach der Niederlage in der Revierstadt eine Reaktion zeigen. Das gelang in dieser Saison schon mehrmals.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann. Foto: Martin Meissner/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bilanz und die aktuelle Serie in der Bundesliga sprechen klar für Borussia Dortmund. Die Gier nach dem ersten Titel ist bei RB Leipzig größer, die bittere 2:3-Niederlage stachelt zudem zusätzlich an. Wie kann Julian Nagelsmann mit seinem Team den BVB-Komplex mit zuletzt sieben sieglosen Spielen (5 Niederlagen, 2 Remis) an diesem Donnerstag im Pokalfinale in Berlin (20.45 Uhr/ARD) beenden? Der ehrgeizige Coach, der immer wieder als Taktikfuchs gepriesen wird, hat eine ausreichende Analyse angekündigt.

Was war auffällig bei der Niederlage gegen den BVB?

Die aktuelle Form von RB-Abwehrchef Dayot Upamecano ist fast erschreckend: Bei seinem 100. Startelf-Einsaatz kam der 22-jährige Franzose in Dortmund anfangs nur auf 30 Prozent gewonnene Zweikampfduelle - kein Leipziger hatte weniger. Zudem leistete sich der künftige Bayern-Akteur zahlreiche Abspielfehler (zehn Fehlpässe) im Spielaufbau. Zum Vergleich: der Dortmunder Lukasz Piszczek hatte 91 Prozent Zweikampfquote in der ersten Halbzeit.

Die Treffer-Quote des BVB um Stürmer Erling Haaland ist effektiver!

Die Dortmunder treffen praktisch immer - zuletzt im 45. Pflichtspiel in Serie. Mit zehn Vorlagen präsentierte sich Guerreiro Sancho (8 Tore) in glänzender Verfassung. Bei RB kommt Dani Olmo auf 14 Torbeteiligungen, jedoch nur auf fünf Treffer. Mit dem zuletzt angeschlagenen Norweger Haaland steht vor dem Pokalfinale die Rückkehr des besten BVB-Torschützen (25 Bundesliga-Tore) an. Ohne Haaland schoss der BVB im Schnitt nur 1,4 Bundesliga-Tore pro Spiel (5 Spiele), mit ihm 2,3 (26 Spiele). Was noch für Dortmund spricht? Die Form von BVB-Kapitän Marco Reus, der in seinen letzten acht Pflichtspiel-Einsätzen fünf Tore erzielte.

Das Torhüter-Duell spricht für Leipzig!

Péter Gulácsi, mit 15 Zu-Null-Spielen bester Bundesliga-Keeper, bilanzierte nach den drei Gegentreffern: «Wir haben nicht so verteidigt, wie wir uns das vorgestellt haben.» Ungewöhnlich für die beste Abwehr der Liga. Denn damit blieb RB auch im neunten Bundesliga-Spiel gegen den BVB in Serie ohne «Weiße Weste» - Vereins-Negativrekord. Dennoch spricht die gesamte Saisonleistung für den ungarischen Nationaltorwart. Zumal Roman Bürki, der nach einer Verletzung von Marwin Hitz gegen RB eingewechselt wurde, zuletzt am 22. Januar (2:4 gegen Gladbach) zum Einsatz kam. Er hat daher wenig Spielpraxis.

Die Bilanz spricht klar gegen die RasenBallsportler!

In der Bundesliga-Historie blieben die Sachsen nie zuvor gegen einen Gegner so lange sieglos wie gegen den BVB. RB ist nun seit sieben Spielen gegen den BVB sieglos (5 Niederlagen, 2 Remis). Zudem kassierten die Leipziger erstmals seit Dezember 2018 in der Liga zwei Auswärtsniederlagen in Serie und verloren zwei der letzten drei Liga-Duelle. Die Ergebisdelle kommt ausgerechnet in der entscheidenden Phase, wo es um die «beste Saison der Vereinsgeschichte» (Nagelsmann) und um den ersten Titel geht. «Die Bilanz ist nicht herausragend. Es wird Zeit, dass wir mal ein Spiel gewinnen», appellierte Nagelsmann an sein Team.

RB meldete sich nach Niederlagen in dieser Saison oft stark zurück!

Die junge Truppe von Nagelsmann funktioniert wie ein Stehaufmännchen. Diese Mentalität hat RB in dieser Saison schon oft gezeigt. Gerade wenn es nach Niederlagen intern und öffentlich Kritik hagelte, waren die Leipziger wieder da: nach der 0:5-Pleite in Manchester und der folgenden 0:1-Niederlage in Gladbach meldete sich RB im November mit einem 2:1-Sieg gegen Paris Saint-Germain zurück. Nach der 2:3-Niederlage in Mainz reagierte RB mit drei Zu-Null-Spielen gegen Leverkusen (1:0), Bochum (DFB-Pokal/4:0) und Schalke (3:0). Auch nach der 0:2-Heimniederlage gegen Liverpool in der Königsklasse folgte in Berlin ein 3:0-Sieg bei der Hertha.

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