Verdi-Streik in Leipzig bei Einzel- und Onlinehandel

22.06.2021 In Leipzig hat es am Dienstag eine Streikkundgebung der Gewerkschaft Verdi für Mitarbeiter von Amazon und des stationären Einzelhandels gegeben. Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago versammelten sich dazu rund 250 Beschäftigte. Ein Amazon-Sprecher teilte mit, eine Teilnahme von Amazon-Beschäftigten an dem Streik am Dienstag sei nicht bekannt.

Ein Mitarbeiter fährt im Amazon-Logistikzentrum an Hochregalen vorbei. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mit dem gemeinsamen Streik von Online-Handel und stationärem Einzelhandel unterstreichen wir, dass wir bei den Arbeits- und Tarifbedingungen gleiche Regelungen durchsetzen wollen. Es geht um eine deutliche Steigerung der Einkommen und dass die Tarifverträge für alle gelten müssen», so der Verdi-Verhandlungsführer.

Verdi-Streikleiter bei Amazon, Ronny Streich, sagte: «Bei Amazon haben die Umsatzsteigerungen zu einer erheblichen Mehrbelastung geführt. Mit dem Prime-Day strebt Amazon weitere Umsatzrekorde an, ohne die Beschäftigten teilhaben zu lassen.» Amazon lehne die Aufnahme von Tarifverhandlungen weiter ab. Der Onlinehändler verweist seinerseits auf eine «exzellente Bezahlung», eine sichere Arbeitsumgebung und eine kürzlich angekündigte Erhöhung der Einstiegslöhne in seinem deutschen Logistiknetzwerk auf mindestens zwölf Euro brutto pro Stunde.

Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich und darüber hinaus ein rentenfestes Mindestgehalt von 12,50 Euro pro Stunde. Die Tarifverhandlungen sollen am Donnerstag fortgesetzt werden.

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