Immobilienwirtschaft sieht keine Wohnungsknappheit

12.07.2021 Die Mieten in Sachsen sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Wohnungswirtschaft moderat gestiegen. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Sachsen verzeichneten bei den Nettokaltmieten ein Plus von 1,5 Prozent beziehungsweise acht Cent pro Quadratmeter, sagte Verbandsdirektor Rainer Seifert am Montag auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. Der Wert lag damit im Durchschnitt bei 5,27 Euro pro Quadratmeter.

Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auffällig ist der Unterschied zwischen Stadt und Land: In Dresden, Leipzig und Chemnitz zahlten Mieterinnen und Mieter 5,77 Euro, während im ländlichen Raum rund ein Euro weniger (4,86 Euro) fällig wurde. Die Mieten seien trotz hoher Investitionen der Vermieter niedrig geblieben, sagte Seifert. «Wenn es überhaupt eine Investitionsumlage gegeben hat, war sie sehr moderat.»

Auch die Leerstandsquote veränderte sich den Angaben zufolge kaum. Im Durchschnitt waren 10,6 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent) aller Wohnungen unbewohnt. In den Metropolen stieg die Quote leicht auf 5,0 Prozent. Die geplante Mietpreisbremse komme daher zum falschen Zeitpunkt und werde wirtschaftlich kaum etwas bewirken, sagte Seifert. «Woher kommt das Argument, dass wir in eine Wohnungsnot hineinlaufen?»

Seifert räumte ein, dass es Wohnungsknappheit in bestimmten Stadtvierteln geben könne. «Die Frage ist nur: Ist das der Anspruch, dem wir gerecht werden wollen?» Aus Sicht des Verbands sei es wichtiger, hohe Leerstandsquoten auf dem Land und weiteren Wegzug zu verhindern.

Der VdW Sachsen vertritt rund 120 Wohnungsunternehmen im Freistaat, die nach eigenen Angaben mit rund 290.000 Wohnungen mehr als ein Fünftel des Mietwohnungsbestandes bewirtschaften. Dem Landesverband gehören vor allem kommunale und genossenschaftliche Unternehmen an.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News