Unwetter: Straßen überflutet, Mann nach Sturzflut vermisst

14.07.2021 Heftiger Starkregen hat vielerorts in Sachsen Schaden angerichtet. Anwohner mussten ihre Häuser teils mit Sandsäcken schützen. Im Erzgebirge wird nach einer Sturzflut ein 53-Jähriger vermisst.

Feuerwehrleute suchen nach einer vermissten Person. Foto: Andre März/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Umgestürzte Bäume, überflutete oder unterspülte Straßen, ein Bagger in einem Fluss, viele Sandsack-Einsätze und ein Vermisster: Heftige Regenfälle haben in vielen Teilen von Sachsen in der Nacht zum Mittwoch Schäden verursacht. In Jöhstadt im Erzgebirgskreis wurde ein Mann nach einer Sturzflut weiterhin vermisst. In der Nacht zum Mittwoch rückte allein die Dresdner Feuerwehr zu mehr als 20 Einsätzen wegen des Unwetters aus, wie die Leitstelle mitteilte. In den meisten Fällen mussten umgestürzte Bäume beseitigt werden, die Einsatzkräfte wurden aber auch zu vollgelaufenen Kellern gerufen.

In Jöhstadt hatten Anwohner im Ortsteil Steinbach am Dienstagabend versucht, ihre Grundstücke gegen einen über die Ufer getretenen Fluss zu sichern. Ein 53-Jähriger wurde dabei laut Polizei von einer Sturzflut mitgerissen. Die Suche nach dem Mann mit Polizeihubschraubern, Suchhunden und zahlreichen Rettungskräften blieb bis zum Nachmittag erfolglos. Auch andere Teile des Erzgebirges waren von dem Unwetter betroffen, vor allem Aue und Annaberg-Buchholz. In Marienberg kippte ein Bagger in einen Fluss.

In Freiberg wurde eine Straße unterspült, dadurch senkte sich die gesamte Fahrbahn ab. Auf einem großen Parkplatz sammelten sich laut Polizei solche Wassermassen, dass zahlreiche Fahrzeuge unter Wasser standen und teilweise aneinandergeschoben wurden. Im vogtländischen Oelsnitz brachte laut Polizei ein Deich und flutete mehrere Straßen, Häuser mussten teils evakuiert werden.

Auf der Autobahn 72 zwischen Plauen und Bayern gab es wegen starker Überflutungen und einem umgestürztem Baum zeitweise kein Durchkommen. Im Vogtlandkreis meldete die Leitstelle rund 200 Einsätze im Zusammenhang mit Starkregen und Überschwemmungen. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) waren in Plauen mit mehr als 100 Helfern im Großeinsatz - vor allem in der Gegend um den Friesenbach und um den Gondelteich. Sowohl eine Straße als auch die Voigtsgrüner Senke Richtung Autobahn waren überschwemmt und mussten gesperrt werden, erläuterte Bürgermeisterin Kerstin Wolf, die sich vor Ort einen Überblick verschaffte.

Anwohner in Alt-Chrieschwitz hätten berichtet, dass sie derartige Wassermassen innerhalb kürzester Zeit noch nicht erlebt hätten. Mehrere Häuser wurden überschwemmt. Objekte wurden mit Sandsäcken geschützt, das THW pumpte vielerorts das Wasser aus den Häusern. In einer Straße mussten die Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Erst gegen zwei Uhr morgens entspannte sich nach Angaben der Stadt die Lage.

In Dresden wurde unter anderem eine Bahnunterführung überflutet - das Wasser stand dort den Angaben zufolge etwa 15 Zentimeter hoch. Im Stadtteil Mickten stürzte ein etwa fünf Meter hoher Baum auf die Schienen der Straßenbahn. Helfer der Feuerwehr rückten mit der Kettensäge an, um den Baum zu zerkleinern und anschließend zu beseitigen.

Die heftigsten Niederschläge wurden laut Deutschem Wetterdienstes (DWD) binnen 24 Stunden in Freiberg gemessen - dort fielen 44,4 Liter pro Quadratmeter. Im vogtländischen Weischlitz-Heinersgrün wurden 43,8 Liter pro Quadratmeter gemessen. Für Ostsachsen rechnet der DWD am Mittwoch weiter mit einzelnen Gewittern, am Donnerstag können vom Vogtland her ebenfalls einzelne Schauer und Gewitter über Sachsen ziehen - teils mit Starkregen.

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