Lockerung der Maskenpflicht beim Einkaufen

15.07.2021 Shoppen ohne Mund-Nasen-Schutz - das ist in Sachsen ab Freitag unter Auflagen möglich. Der Handelsverband begrüßt die Lockerung als Schritt zur Normalität - andere sind skeptischer.

FFP2-Masken mit CE-Zertifizierung liegen auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsen lockert die Maskenpflicht im Supermarkt und anderen Läden. Bei Einhaltung der Mindestabstände und einer stabilen Inzidenz unter 10 muss von Freitag an kein Mund-Nasen-Schutz mehr beim Einkaufen getragen werden. Der Handelsverband Sachsen begrüßte die Lockerung als eine Erleichterung und weiteren Schritt Richtung Normalität. «Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Geschäften bedeutet der Wegfall gerade in den Sommermonaten ein Weniger an Belastung», sagte Hauptgeschäftsführer René Glaser der Deutschen Presse-Agentur.

Die Mund-Nasen-Bedeckung halte zahlreiche Kunden davon ab, entspannt zu bummeln und auch Ware an- und auszuprobieren, so Glaser. Das hätten zahlreiche Rückmeldungen und Gespräche ergeben. Gleichwohl mahnte der Handelsverband an, das Erreichte nicht zu gefährden und leichtfertig aufs Spiel zu setzten. «Der Einzelhandel darf keinesfalls wieder in einen Lockdown respektive in eine faktische Schließung mit immensen wirtschaftlichen Folgen gehen müssen.» Nötig sei daher eine Strategie für den Herbst.

Angesichts der niedrigen Corona-Infektionszahlen hatte das Kabinett in Sachsen am Dienstag eine Veränderung der Corona-Schutzverordnung beschlossen. Diese sieht ab Freitag den Wegfall der Maskenpflicht in Supermärkten und Läden unter Auflagen vor: Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen muss stabil unter 10 liegen und der Mindestabstand eingehalten werden.

Man setzte dabei auch auf Eigenverantwortung, hieß es im Gesundheitsministerium. Jeder müsse die Lage vor Ort selbst einschätzen. «In einem gut gefüllten Supermarkt an einem Freitagnachmittag, wo der Mindestabstand eben nicht eingehalten werden kann, muss weiter eine Maske getragen werden», so das Ministerium. Ist man in einem Geschäft hingegen allein oder mit wenigen Kunden, sei keine Maske nötig.

«Die CDU-Fraktion hat seit sechs Wochen darauf gedrängt, dass bei anhaltender Inzidenz unter 10 viele Einschränkungen wie die Maskenpflicht aufgehoben werden», sagte CDU-Wirtschaftspolitiker Lars Rohwer mit Blick auf den jüngsten Kabinettsbeschluss. Die Lockerung sei ein wichtiges Signal für den Einzelhandel. «Nach einem Jahr Maske können die Menschen eigenverantwortlich mit deren Einsatz umgehen.».

Hingegen zeigte sich die SPD-Abgeordnete Simone Lange auf Facebook skeptisch. Der Kabinettsbeschluss sei auf Druck der CDU entstanden, die in jeder Anhörung eine Abschaffung der Maskenpflicht gefordert hatte, hieß es. «Für den Moment schön - für die Zukunft kann es fatal sein...», so die Politikerin. Gerade die wieder steigenden Zahlen und das Aufkommen der Delta-Variante mahnten zur Vorsicht.

Derzeit liegt die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnern in allen Städten und Landkreisen in Sachsen unter der Marke von 10. Am höchsten ist der Wert in Dresden. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete hier für Donnerstag eine Inzidenz von 7,2. Wird der Grenzwert von zehn an fünf Tagen in Folge überschritten, gelten ab dem übernächsten Tag wieder Verschärfungen. Sachsenweit lag die Inzidenz bei 2,9.

Sachsen hatte im April 2020 als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Nun geht Sachsen mit der Lockerung beim Einkaufen ebenfalls voran. In den meisten Bundesländern bleibt die Maskenpflicht im Einzelhandel bestehen.

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