Sachsen-Anhalt setzt Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff aus

15.03.2021 Das Aussetzen der Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca wirft die Impfkampagne auch in Sachsen-Anhalt zurück, gleichzeitig steigt die landesweite Inzidenz. Die Landesregierung soll nun beraten, ob die jüngsten Lockerungen zurückgenommen werden.

Auf einem Tisch stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca. Foto: Nicolas Armer/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Woche nach Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung in Sachsen-Anhalt stehen die Regeln schon wieder zur Disposition. Grund sind die zuletzt wieder stark gestiegenen Infektionszahlen und die Aussetzung der Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Die Landesregierung soll am Dienstag die nächsten Schritte im Kampf gegen die Pandemie beraten, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag sagte.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montagmorgen auf 107,8 nach 103 am Sonntag. Damit wurde die 100er-Marke nach mehr als einem Monat mit geringeren Werten am Wochenende wieder überschritten. Im bundesweiten Vergleich haben nur die Nachbarländer Thüringen und Sachsen den Angaben zufolge noch höhere Sieben-Tage-Inzidenzen als Sachsen-Anhalt.

Eigentlich hatten Bund und Länder sich darauf verständigt, die Corona-Regeln wieder zu verschärfen, sobald die Ansteckungen pro Woche und 100 000 Einwohner die 100er-Marke im Landesschnitt überschreiten. Am Montag wollte sich die Landesregierung konkret nicht dazu äußern und verwies auf die Landesverordnung. Die verpflichtet Landkreise mit einer sogenannten Inzidenz von mehr als 100, die Kontakte weiter einzuschränken. Sechs der 14 Landkreise und kreisfreien Städte im Land lagen am Montag über 100.

Das Sozialministerium meldete unterdessen 146 Neuinfektionen binnen eines Tages sowie fünf weitere Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit sind landesweit insgesamt 65 496 Corona-Fälle bekannt geworden, 2613 Menschen sind mit oder an Covid-19 gestorben. Aktuell sind den Angaben zufolge 76 Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 40 dieser Patienten werden künstlich beatmet.

Seit dem Impfstart Ende 2020 haben landesweit 156 308 Menschen die erste Spritze bekommen, 68 422 auch die zweite. Am Sonntag wurden laut Ministerium 1647 Erstimpfungen gemeldet. Die Quote dafür liegt damit landesweit bei rund sieben Prozent, die für die Zweitimpfungen bei rund drei Prozent.

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