Weniger Bundesfreiwillige in Sachsen-Anhalt

02.04.2021 Sie helfen in Kindergärten, im Umweltschutz oder in Gesundheitseinrichtungen. Bundesfreiwillige unterstützen eine Zeit lang. Das machen nicht nur junge Menschen. Doch die Zahl sinkt.

Ein Bleistift liegt auf einem Duden aus dem Jahr 2013 auf dem Word «Bufdi». Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Bundesfreiwilligen geht in Sachsen-Anhalt weiter leicht zurück. Im Februar absolvierten auf diesem Weg landesweit rund 1700 Frauen und Männer freiwillig soziale, ökologische oder kulturelle Aufgaben, wie aus einer Statistik des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hervorgeht. Im Vorjahresmonat waren es etwa 1840 gewesen, im Februar 2019 rund 1850. Bundesweit waren im Februar 2020 ungefähr 40 760 Bundesfreiwillige erfasst worden, im Februar 2021 dann 39 130.

Im Jahresdurchschnitt 2020 zeichnete sich ebenfalls ein Rückgang der Bufdi-Zahlen ab. Im Schnitt aller zwölf Monate waren es in Sachsen-Anhalt 1800 nach 1877 im Jahr 2019. Im Jahr 2017 und 2018 hatte es jeweils noch etwas mehr als 2100 Bundesfreiwillige gegeben.

Laut dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben werden in der Pandemie nicht weniger Plätze angeboten. Es gebe auch keine Regelungen, die die Besetzung aufgrund von Corona einschränkten, erklärte eine Sprecherin.

«Ganz im Gegenteil: Gerade jetzt ist freiwilliges Engagement für unsere Gesellschaft besonders wichtig. Es wurden vielfältige Möglichkeiten geschaffen, Engagement auch und gerade während der Corona-Pandemie zu ermöglichen.» So könnten Freiwillige, deren Einsatzstellen teilweise oder ganz geschlossen werden mussten, ihren Bundesfreiwilligendienst in dieser Zeit auch in anderen gemeinwohlorientierten Einrichtungen leisten.

Auch für Freiwillige, die ihre Einsatzstellen im Rahmen der Corona-Pandemie über die ursprünglich vereinbarte Dauer ihres Bundesfreiwilligendienstes hinaus unterstützen wollten, seien Erleichterungen eingeführt worden.

Die Freiwilligen engagieren sich in der Regel zwölf Monate in Einrichtungen. Oft handelt es sich um Krankenhäuser, Altenheime und Kitas. Aber auch Einsatzbereiche wie Umweltschutz, Kultur, Sport oder Integration sind möglich. Die Bufdis erhalten im Gegenzug ein Taschengeld, einen Freiwilligenausweis, ein Zeugnis sowie kostenlose Seminare und eine umfangreiche Betreuung. Der Bundesfreiwilligendienst war nach dem Aussetzen der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 auf den Zivildienst gefolgt.

Die Statistik des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zeigt, dass der Bundesfreiwilligendienst von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ausgeübt wird. So waren im Februar dieses Jahres 930 Bufdis weiblich und rund 770 männlich. Knapp 600 waren unter 27 Jahre alt, rund 500 waren jeweils zwischen 27 und 50 Jahre sowie zwischen 51 und 65 Jahre alt. Knapp 100 der 1700 Bufdis waren älter als 65.

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