Pläne und Vandalismus: Kommunen sorgen sich um Spielplätze

03.04.2021 Kinder wollen spielen und klettern. Die Pandemie macht es schwer. Doch es gibt Pläne für Entdecker. Und leider auch unschöne Dinge.

Ein mit Farbe beschmierter Turm einer Rutsche auf einem Spielplatz. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt haben Städte und Gemeinden angesichts der Corona-Pandemie aus der Not auch eine Tugend gemacht. So wurden Pläne für neue Spiel- und Freizeitanlagen geschmiedet oder je nach Infektionslage mit Arbeiten im Freien in Angriff genommen. Allerdings haben Kommunen auch hohe Kosten durch Vandalismus auf Spielplätzen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Schäden durch Zerstörung, Diebstahl und Verschmutzung betragen Zehntausende Euro. Kinder, die wegen der Kontaktbeschränkungen besonders leiden, sollen sich aber vor allem auf Neues freuen können.

Unter dem Motto «Keltisches Dorf» und «Mäusejagd in der Käseglocke» entstehen in Magdeburg Spiel- und Freizeitplätze, wie die Stadt mitteilte. In Magdeburg gibt es derzeit 124. Die Kommune hat bisher jährlich 675 000 Euro für Sanierung, Neu- und Rückbau von Anlagen zur Verfügung gestellt, bis 2025 sollen es laut Stadtratsbeschluss 185 000 Euro pro Jahr mehr werden.

Auch Halle nimmt mehr Geld in die Hand. In diesem Jahr stehen für die Modernisierung und Instandsetzung von Spielplätzen, von denen es 125 kommunale gibt, rund 500 000 Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es rund 300 000 Euro, teilte René Rebenstorf, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt, mit. Für Planung und Neubau hat Halle in diesem Jahr rund 900 000 Euro vorgesehen, 100 000 Euro mehr als 2020. Dazu gehören ein neuer Kletterspielplatz und ein Abenteuerspielplatz. Zudem werden zwei Skateranlagen modernisiert. In Dessau-Roßlau sind für den Neubau von Spielplätzen rund 480 000 Euro im Zeitraum 2020/2021 eingeplant, wie ein Sprecher mitteilte. Neues entstehe zum Beispiel dort, wo vorher Kids auf Streifzug gegangen sind und ihre Wünsche geäußert haben - zum Beispiel für neu gestaltete Spiel- und Klettergeräte. Die Stadt hat rund 80 Spiel-, Bolz- und Freizeitplätze.

Unterdessen haben Vandalismus und Diebstähle in der Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen. «Diese Probleme gibt es leider immer wieder, seit Jahren schon» sagte ein Sprecher des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt. Magdeburg verzeichnete 2020 mit einer Schadenssumme in Höhe von rund 30 000 Euro einen Negativrekord, wie der Stadtsprecher mitteilte. Allein zwischen Februar und September 2020 hätten sich in der Landeshauptstadt die Verwüstungen auf den kommunalen Spiel- und Freizeitflächen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

In Halle werden die Schäden auf Spielplätzen im Schnitt mit 7000 Euro pro Jahr beziffert. In Dessau-Roßlau beliefen sich die Reparaturen und die Beseitigung von Vandalismusschäden 2020 auf rund 24 500 Euro - mit steigender Tendenz in diesem Jahr.

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