Investitionen nötig: Handwerk warnt vor erneutem Lockdown

21.04.2021 Die Handwerkskammer Magdeburg hat vor einem weiteren Lockdown gewarnt. «Sollte es regional zu erneuten Schließungen kommen, werden einige Unternehmen mit Ladengeschäften ihre Türen für immer schließen. Viele kleine Geschäfte können nicht länger durchhalten», sagte Kammerpräsident Hagen Mauer am Mittwoch. Um die Unternehmen aus der Krise zu holen und der Konjunktur neuen Schwung zu verleihen, bedürfe es gezielter Nachfrage- und Investitionsimpulse. Dazu zählten mehr öffentliche Investitionen. Die Erwartungen der Firmen für das sonst arbeitsreiche Sommerquartal seien verhalten.

Ein Hinweisschild auf dem Alten Markt. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Handwerkskammer Magdeburg vertritt nach eigenen Angaben rund 11 900 Betriebe mit rund 66 000 Beschäftigten und 1300 Auszubildenden im Norden Sachsen-Anhalts. 2020 erwirtschafteten die Firmen den Angaben nach einen Umsatz von etwa 7,3 Milliarden Euro.

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der Kammer für das erste Quartal 2021 erwartet angesichts der Corona-Krise nur jedes vierte Handwerksunternehmen im Landesnorden eine Steigerung der Umsätze im zweiten Quartal. Die Monate April bis Juni seien normalerweise sehr arbeitsreich, hieß es mit Blick auf einen saisonalen Aufschwung. Lieferengpässe und Preissteigerungen für Materialien und Rohstoffe würden die Firmen zusätzlich belasten. Im Kraftfahrzeug-Handwerk berichtete die Hälfte der Betriebe von einer schlechten Geschäftslage. Hintergrund ist die gesunkene Mobilität und Fahrzeugnutzung in der Pandemie und die Kaufzurückhaltung der Kunden.

Im Konjunkturbericht gab die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe im Landesnorden an, dass die Umsätze im ersten Quartal niedriger waren als im Vorquartal (Oktober bis Dezember 2020). Ausnahme war das Baugewerbe, wo zumeist gearbeitet werden konnte. Drastisch waren indes die Einbußen den Angaben nach im Handwerk für den persönlichen Bedarf, wo 86 Prozent der Betriebe einen Umsatzeinbruch verkraften mussten. Friseure und Kosmetikstudios etwa waren wegen der Corona-Eindämmungsverordnungen von Bund und Land wochenlang zu.

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