Sachsen-Anhalt will Vorreiter bei grünem Wasserstoff werden

11.05.2021 Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der Energiewende. Sachsen-Anhalts Landesregierung will davon in den kommenden Jahren profitieren und bringt eine Wasserstoff-Strategie auf den Weg. Die lässt jedoch einige Fragen offen.

Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einem Plan aus 16 Maßnahmen soll Sachsen-Anhalt zur Modellregion für grünen Wasserstoff werden. Am Dienstag beschloss die Landesregierung eine entsprechende Wasserstoff-Strategie für die kommenden Jahre. «Sachsen-Anhalt ist ein Wasserstoff-Bundesland», sagte Energieministerin Claudia Dalbert (Grüne). Schon heute würde rund 20 Prozent des in Deutschland erzeugten Wasserstoffes in Sachsen-Anhalt produziert. «Und jetzt wird es darum gehen, aus dem grauen Wasserstoff einen grünen Wasserstoff zu machen.»

Das Gas gilt, stellt man es grün, also aus erneuerbaren Quellen her, als wichtiger Energieträger in der Energiewende. Wasserstoff könnte etwa nachts in Windparks Energie speichern, wenn nicht so viel Strom benötigt wird. Mit dem grünen Gas könnten dann etwa Lastwagen oder Linienbusse angetrieben werden. Die Landesregierung verspricht sich von der Erforschung und Nutzung der Technologie vor allem in der früheren Kohle-Region neue Arbeitsplätze. Mehr als ein Jahr lang haben das Energieministerium, das Wirtschaftsministerium und das Verkehrsministerium an dem Plan gearbeitet.

8 der 16 Maßnahmen sollen in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden. Darunter ist ein Gutachten, das den tatsächlichen Bedarf an grünem Wasserstoff in Sachsen-Anhalt ermitteln soll. Außerdem sieht die Strategie unter anderem eine Ausweitung der Flächen für die Windenergie vor, einen Bürgerdialog und eine Koordinierungsstelle in der Landesenergieagentur. Einen konkreten finanziellen Rahmen für die Maßnahmen oder konkrete Ziele zum Anteil grünen Wasserstoffs an der Gesamtproduktion enthält der Plan der Regierung nicht.

Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sagte, der Wasserstoff habe eine überragende Bedeutung beim «Umbau des Landes in Richtung Zukunftstechnologien». Sein Ministerium soll sich unter anderem um die Vernetzung der beteiligten Industrien kümmern und die Forschungsstrukturen auf dem Feld ausbauen. Unternehmen, die in Sachsen-Anhalt in Wasserstoff investieren, will Willingmann außerdem weiter dabei unterstützen. Das Land könne dabei auf eine große Tradition im Umgang mit Wasserstoff zurückgreifen.

Auch in Sachsen-Anhalts Verkehr soll das grüne Gas in Zukunft eine größere Rolle spielen. «Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir grünen Wasserstoff produzieren», sagte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Produktion und Nutzung müssten deshalb nicht nur in den Industriegebieten, sondern auch in der Fläche gefördert werden. Dann könnte Wasserstoff etwa auch als Treibstoff im Öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.

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