Freie Hort- und Schulträger: Vermeintliche Benachteiligung

18.05.2021 Weil die Förderrichtlinie für Investitionen in den Ausbau von Ganztagsbetreuung an Grundschulen aus ihrer Sicht zu spät kam, befürchten die freien Träger von Horten und Schulen zu kurz zu kommen. Ihr Verband fordert Nachbesserungen.

Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Verband Deutscher Privatschulen (VDP) Sachsen-Anhalt beklagt eine vermeintliche Benachteiligung der freien Hort- und Schulträger bei der Förderung von Investitionen in die Infrastruktur der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Weil die entsprechende Förderrichtlinie des Landes aus Sicht des VDP verspätet veröffentlicht worden sei, würden die freien Träger die darin formulierten Anforderungen kaum umsetzen können. Das erklärte VDP-Landesgeschäftsführer Jürgen Banse am Dienstag in Magdeburg.

Sachsen-Anhalt bekomme aus der zwischen Bund und Ländern Ende Dezember 2020 geschlossenen Vereinbarung für ein Investitionsprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder mehr als 20,6 Millionen Euro. Die Richtlinie für das Land sei erst 10. Mai veröffentlicht worden, die gedruckte Ausgabe habe die Hort- und Grundschulträger daher im Regelfall erst während der Pfingstferien erreicht.

Die Landkreise und kreisfreien Städte als Träger der öffentlichen Jugendhilfe müssten aber bis zum 30. Juni Bewilligungsbescheide gegenüber den antragstellenden Schul- und Hortträgern erteilen. Zudem müssten die Investitionen für den Neu-, Aus- oder Umbau sowie für Sanierungen, Renovierungen oder Ausstattungen im Bereich der Ganztagsbetreuung bis Jahresende abgeschlossen sein. «Mit Ausnahme der Beschaffung von Ausstattungen dürfte dies für die meisten Träger kaum realisierbar sein», erklärte Banse.

«Wir werden sehr genau beobachten, in welchem Umfang die freien Träger der Horte und Ganztagsgrundschulen bei der Realisierung des Förderprogramms in unserem Land berücksichtigt werden.» Banse appellierte an das Land, sich in der Bund-Länder-Runde für eine Verlängerung der gesetzten Termine einzusetzen und die Förderrichtlinie erheblich zu entbürokratisieren.

Der VDP Sachsen-Anhalt vertritt eigenen Angaben zufolge als konfessionell und politisch neutraler Berufsverband die Interessen von allgemein- und berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft sowie von privaten Erwachsenenbildungsdienstleistern. Ihm gehören aktuell 90 Träger derartiger Bildungseinrichtungen mit mehr als 180 Niederlassungen an.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News