Kosten für den Unterhaltsvorschuss zuletzt leicht gestiegen

24.05.2021 Nach einem gewaltigen Anstieg der Kosten für Unterhaltsvorschüsse im Jahr 2018, steigt die Summe der Vorschusszahlungen nun moderat. Dabei sank zuletzt die Zahl der berechtigten Kinder.

Eine Mutter hält ihren Sohn an der Hand. Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nachdem sich die Summe der Unterhaltsvorschusszahlungen in Sachsen-Anhalt 2018 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat, steigen die Kosten nur noch leicht. Im vergangenen Jahr habe die Summe der Zahlungen bei rund 96 Millionen Euro gelegen, teilte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit. 2019 wurden etwa 92 Millionen für den Unterhaltsvorschuss aufgewandt. 2018 waren es knapp 90 Millionen Euro nach rund 41 Millionen Euro im Jahr 2017.

Die Zahl der Unterhaltsvorschuss berechtigten Kinder ging zuletzt leicht zurück. Nach Zahlen des Landesverwaltungsamtes wurde 2020 rund 35.400 der Vorschuss gezahlt, im Jahr davor waren es knapp 300 mehr. Dass trotz leichten Rückgangs der Anzahl der berechtigten Kinder die Kosten steigen, hängt mit der Bemessung des Unterhalts zusammen, der sich nach dem Existenzminimum des minderjährigen Kindes gestaffelt nach Altersstufen richtet. Das Bundesjustizministerium legt den Mindestunterhalt in regelmäßigen Abständen fest.

Hintergrund für den sprunghaften Anstieg der Unterhaltsvorschüsse im Jahr 2018 waren gesetzliche Änderungen des Bundes und des Landes im Jahr zuvor. Der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss als staatliche Sozialleistung wurde mit der Gesetzesnovelle stark ausgeweitet. Bei den unter 12-Jährigen springt der Staat seitdem länger ein, die Altersgrenze wurde von 12 auf 18 Jahre hochgesetzt. Dadurch profitierten deutlich mehr Kinder als vorher von dem Vorschuss. Der Staat springt finanziell ein, wenn Alleinerziehende vom anderen Elternteil des Kindes keinen regelmäßigen Unterhalt bekommen.

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