Webel: CDU-Basis will Schwarz-Rot-Gelb in Sachsen-Anhalt

07.06.2021 Der bisherige CDU-Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, empfiehlt der Landespartei, künftig mit SPD und FDP zu regieren. «Meine Tendenz geht eindeutig dahin, die Grünen aus dieser Regierung rauszuhalten», sagte der ehemalige Landesparteichef nach der Wahl vom Sonntagabend. Die Grünen hätten durch ihre Forderungen im Wahlkampf schon zu hohe Hürden für eine erneute Zusammenarbeit aufgebaut. Er könne jedoch nur Empfehlungen geben, betonte Webel, der nicht erneut für den Landtag kandidiert hatte.

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Foto: Peter Gercke/ZB/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nahezu alle Stimmen, die er gehört habe, hätten sich für eine Koalition mit der FDP ausgesprochen. Auch die Basis stehe einer Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und Liberalen offener gegenüber als mit den Grünen. Das sei seine Erfahrung aus 14 Jahren als Landesvorsitzender. Webel hatte den Landesverband von 2004 bis 2018 angeführt. Ein Zweierbündnis mit der SPD hält Webel für keine gute Idee. Durch die knappe Mehrheit wäre die Koalition erpressbar von einzelnen Abgeordneten, sagte der CDU-Politiker.

Bei der Landtagswahl am Sonntag hatte die CDU einen überraschend deutlichen Wahlsieg errungen. Sie lag mit Abstand vor der AfD, die ihren zweiten Platz trotz Verluste verteidigte. Die CDU könnte rein rechnerisch das bisherige sogenannte Kenia-Bündnis mit SPD und Grünen fortsetzen oder künftig mit SPD und FDP (Deutschland-Koalition) regieren oder aber mit Grünen und FDP (Jamaika-Koalition). Zudem gäbe es eine hauchdünne Mehrheit für eine schwarz-rote Regierung.

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