Sachsen-Anhalt lockert Corona-Regeln noch diese Woche weiter

15.06.2021 Die Temperaturen steigen, die Corona-Fallzahlen gehen zurück: Die Landesregierung kündigt einen «guten Sommer» an und eine Reihe weiterer Lockerungen, die noch vor dem Wochenende in Kraft treten sollen.

Masken liegen während einer Pause auf den Arbeitsmaterialien eines Schülers. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Landesregierung reagiert mit weitgehenden Lockerungen auf die sich weiter entspannende Corona-Lage in Sachsen-Anhalt. Vielerorts wird die Maskenpflicht gelockert, aus den verbindlichen Kontaktbeschränkungen werden Empfehlungen, Clubs und Diskotheken dürfen unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen. «Es muss wieder vieles möglich werden, es muss wieder vieles zugänglich werden und auch Spaß machen im Leben», sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in Magdeburg. «Der Sommer muss ein guter Sommer für uns werden.»

Damit das möglich ist, müssten die Bürgerinnen und Bürger etwa durch die Einhaltung der Hygiene-Regeln weiter helfen, das Virus einzudämmen. Noch vor dem Wochenende sollen die neuen Corona-Regeln in Kraft treten und bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli gelten. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht und Personenbegrenzungen weiterhin ausgenommen.

Voraussetzung für die Lockerungen der 14. Corona-Landesverordnung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im betreffenden Landkreis unter 35 liegt. Das ist momentan überall in Sachsen-Anhalt der Fall, landesweit lag der Wert am Dienstag bei 6,7. Die neuen Corona-Regeln im Überblick:

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN

Die Landesregierung verbietet größere Treffen künftig nicht mehr, sie empfiehlt nur noch, sie zu unterlassen. Anstelle der Kontaktbeschränkungen tritt die Empfehlung, größere Ansammlungen zu vermeiden, sich möglichst mit einem konstanten Personenkreis zu treffen und das möglichst im Freien.

MASKENPFLICHT

Das Tragen einer Maske bleibt dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann - etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen - bestehen. Vorgeschrieben ist künftig aber keine FFP2-Maske mehr, eine einfache medizinische Maske, etwa eine OP-Maske, reicht. Die Maskenpflicht im Unterricht entfällt ganz. Künftig soll der Mund- und Nasen-Schutz nur noch außerhalb des Unterrichts in Gebäuden, etwa auf den Fluren, vorgeschrieben sein.

TESTPFLICHT

Unterschreitet ein Landkreis nach dem Inkrafttreten der neuen Landesverordnung zehn Tage lang die Inzidenz von 35, darf dort die Testpflicht in der Innengastronomie, bei Kulturveranstaltungen und im Vereinssport ausgesetzt werden. Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 16 Jahren sind künftig von der Testpflicht ganz ausgenommen. Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zweimal wöchentlich in der Schule getestet werden, Tests im Freizeitbereich seien daher nicht mehr nötig, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). In Ferienlagern und Ferienfreizeiten genügt ein Test zu Beginn des Aufenthalts.

PRIVATE FEIERN UND VERANSTALTUNGEN

Private Feiern sind wieder mit bis zu 50 Menschen erlaubt, ohne dass die Gäste ein Testergebnis vorlegen müssen. Wer in einer größeren Gruppe feiern möchte, muss die Feier professionell organisieren lassen. Professionell organisierte Veranstaltungen dürfen wieder mit bis zu 1000 Menschen draußen und bis zu 500 Menschen drinnen stattfinden, dann sind aber ein Hygienekonzept und negative Tests notwendig.

SPORT

Sport außerhalb von Vereinen ist wieder mit mehr als einer weiteren Person erlaubt. Sportanlagen und Schwimmbäder dürfen pro zehn Quadratmeter Fläche einen Sportler einlassen. Für Sporthallen, Schwimmhallen, Fitnessstudios oder anderen geschlossenen Räumen ist weiterhin ein Test und Anwesenheitsnachweis vorgeschrieben.

DISCOS, SAUNEN, INDOOR-SPIELPLÄTZE.

«Es darf wieder getanzt werden», sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), denn die Clubs und Diskotheken dürfen nach vielen Monaten wieder öffnen. Die Besucherzahl ist allerdings auf 60 Prozent der sonst zugelassenen Personen begrenzt. Außerdem müssen Besucher einen negativen Test vorweisen. Die gleichen Regeln gelten für Saunen und Indoor-Spielplätze.

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