Keine Überlebenden nach Flugzeugabsturz: Suche nach Ursache

19.07.2021 Es sollte ein unbeschwertes Treffen von Segelfliegern werden. Es endet in einer Katastrophe: Kurz nach dem Start stürzt eine Maschine mit vier Menschen an Bord ab und geht in Flammen auf. Experten suchen nach der Ursache. Die Betroffenheit ist groß.

Die Feuerwehr steht am Flugplatz Renneritz an der weiträumig abgesperrten Unfallstelle. Foto: Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Flugzeugunglück in Renneritz in Sachsen-Anhalt mit vier Toten suchen Experten nach der Ursache. Mit schnellen Ergebnissen sei nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Braunschweig/Niedersachsen) am Montag der dpa. Er verwies auf umfangreiche Analysen. Dazu gehörten der technische Zustand der Maschine, die Flugerfahrung des Piloten, die örtlichen Gegebenheiten wie auch das Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks.

Das einmotorige Flugzeug war nach Angaben der Polizei am Sonntagnachmittag auf dem Flugplatz Renneritz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld kurz nach dem Start abgestürzt. Die Maschine mit vier Menschen an Bord geriet in Brand und wurde zerstört. Der 55 Jahre alte Pilot aus Sachsen, eine 14-Jährige und ein 15-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen starben nach Angaben der Polizei noch an der Unfallstelle. Eine 16-Jährige, ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen stammend, wurde schwerstverletzt aus dem Flugzeugwrack geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Sie erlag am Montagmorgen ihren Verletzungen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Damit überlebte niemand aus der Maschine.

Nach Angaben des Sprechers der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung handelte es sich um eine einmotorige Maschine polnischer Bauart vom Typ PZL 104 Wilga mit vier Sitzen. Mit einem Zwischenbericht zum Unglück werde voraussichtlich Ende September, mit einem Abschlussbericht etwa in zwölf Monaten gerechnet. Es gelte eine Vielzahl an Fakten und Daten zu dokumentieren und auszuwerten.

Vor Ort sind die Trauer und das Entsetzen über das Unglück sehr groß. Auf dem Flugplatz bot sich ein Bild der Zerstörung mit der ausgebrannten Maschine. Die Geschehnisse seien nicht einfach zu verarbeiten, das werde lange Zeit brauchen und immer in Erinnerung bleiben, sagte ein Sprecher eines Segelflugvereins der dpa. «Vier Tote, junge Menschen, das ist alles unfassbar», sagte er. Das tiefe Mitgefühl gelte vor allem den Angehörigen. Die Trauer sei kaum in Worte zu fassen.

Als das Unglück geschah, hatten sich den Angaben nach am Sonntag Hobbypiloten aus verschiedenen Flugvereinen aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem Fliegerlager in Renneritz getroffen. Daran nahmen auch der Pilot des Kleinflugzeugs und die drei Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen teil. Der 55-Jährige aus Sachsen sei zuvor auch schon auf dem Flugplatz in Sachsen-Anhalt gewesen, wo es im Sommer derartige Fliegerlager gebe. Zum Zeitpunkt des Absturzes seien etwa 25 Teilnehmer auf dem Areal gewesen.

Mit in der Maschine hätten «alles junge Menschen» gesessen, sagte der Sprecher des Segelflugvereins. Es sei ein fürchterliches Unglück. So etwas habe es in der langen Fluggeschichte des Vereins noch nicht gegeben. Er habe den Piloten gekannt, sagte der Sprecher. «Er war ein lieber guter Kerl», sagte er mit tränenerstickter Stimme. Unterdessen bat die Polizeidirektion Dessau-Roßlau Zeugen, die etwas im Zusammenhang mit dem Unglück wahrgenommen haben, sich zu melden.

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