Neuer Landrat will Image von Mansfeld-Südharz verbessern

26.07.2021 Sachsen-Anhalts Ex-Finanzminister hat viel vor. Als neuer Landrat in einer Region, die bisher für ihr Rosarium international bekannt ist. Doch es gebe viel mehr - und auch zu tun.

André Schröder (CDU), Ex-Finanzminister von Sachsen-Anhalt und neu gewählter Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz. Foto: Peter Gercke/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Landkreis Mansfeld-Südharz soll nach dem Willen des neu gewählten Landrats André Schröder (CDU) nicht länger das Image einer Problemregion tragen. «Es geht nicht darum die Probleme klein zu reden oder zu ignorieren, sondern nach vorn zu schauen», sagte Schröder der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, mehr als bisher auf die Stärken der Region und auf neue Projekten zu setzen, vor allem in der Wirtschaft, Infrastruktur und im Tourismus.

Dazu zählten Vorhaben im Zusammenhang mit dem Strukturwandel der Braunkohle im Mitteldeutschen Revier, als dessen Teil sich der Landkreis sieht. «Wir haben heute eine eher kleinteilige Wirtschaftsstruktur, die aber robust und krisenfest ist, aus sich heraus wächst und Arbeitsplätze schafft», sagte er. Zu den größten Arbeitgebern zählt die Nahrungsmittel- und Metallbranche.

Angesichts einer sich abzeichnenden Wohnraumverknappung, so Schröder, wie in der Wirtschaftsregion Halle-Leipzig, gelte es für den Landkreis mehr Menschen, junge Leute und Fachkräfte zu gewinnen. «Wir müssen dringend attraktiver werden für Menschen, die bereit sind ihren Arbeits- und Wohnort zu verlegen», sagte Schröder. Im Landkreis leben rund 135.000 Einwohner.

Die weitläufige Region um Sangerhausen, Hettstedt und Eisleben traf mit dem Ende des Kupferbergbaus aus wirtschaftlichen Gründen nach 1990 ein Strukturbruch. Tausende Menschen verloren ihren Job, wanderten ab oder pendelten in andere Regionen zur Arbeit. Hinzu kam die Bevölkerungsentwicklung mit mehr älteren als jüngeren Einwohnern.

Der geplante Strukturwandel mit dem Ende der Braunkohleförderung in Deutschland soll nach dem Willen von Schröder auch für die Region neue Jobchancen und Pendlern Arbeitsplätze zu Hause ermöglichen. Mit Halle-Leipzig und Erfurt gebe es Hochschulstandorte in der Nähe.

Hoffnungen auf mehr Wirtschaftskraft für die Region sind auch mit dem Tourismus verbunden, etwa durch die Museen, die an den in Eisleben geborenen Reformator Martin Luther (1483-1546) erinnern und zum Unesco-Welterbe zählen. Hinzu kämen über 800 Jahre Bergbautradition, der Südharz als Naturrefugium oder die Mansfelder Seen mit Weinanbau. Das Europa Rosarium Sangerhausen beherbergt die weltweit größte Rosensammlung. Die Anlage ist ein Standort der diesjährigen Bundesgartenschau in Erfurt. «Da kann man mehr machen», sagte Schröder mit Blick auf Tourismus- und Kulturangebote der Zukunft.

Der ehemalige Finanzminister von Sachsen-Anhalt hatte die Stichwahl um das Landratsamt gegen die AfD-Bewerberin Cathèrine Kayser gewonnen. Schröder bekam rund 79 Prozent der Stimmen, Kayser 21 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 32 Prozent. Die vormalige Landrätin Angelika Klein (Linke) hatte nicht mehr kandidiert.

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