Unruhe in Erstaufnahme in Suhl: Fünf Männer in Gewahrsam

19.01.2021 In die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Suhl kehrt keine Ruhe ein. Immer wieder kommt es dort zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Bewohnern. Doch auch Vorwürfe gegen das Wachpersonal wurden schon erhoben.

In Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Suhl ist es erneut zu Unruhen gekommen. Dabei wurden in der Nacht zum Dienstag fünf Männer vorübergehend in Gewahrsam genommen, teilte die Polizei mit. Auslöser sei eine Auseinandersetzung zwischen einem Bewohner und dem Wachpersonal gewesen, bei der der Mann aus zunächst unbekannten Gründen versucht habe, das Sicherheitspersonal anzugreifen. Der Wachschutz habe den Mann festgesetzt und ihn zur Polizei bringen wollen, wo er in Gewahrsam gebracht werden sollte. Dies habe mehrere Bewohner der Einrichtung dazu veranlasst, Türen und Scheiben zu zerstören. Zudem habe ein Bewohner einen Feuerlöscher aus einem Fenster heraus entleert.

Nachdem Kräfte der Bereitschaftspolizei zum Einsatz gekommen seien, habe die Lage beruhigt werden können. Allerdings seien vier weitere Männer in Gewahrsam genommen worden. Nach Abschluss der Vernehmungen wurden die fünf Betroffenen wieder entlassen. Über die Höhe des verursachten Sachschadens machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Schon in der Vergangenheit war es in der Einrichtung mehrfach zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. So waren im April vergangenen Jahres nach Informationen der Polizei etwa 50 Bewohner aufeinander losgegangen. Unter anderem schlugen sie mit Latten und Eisenstangen aufeinander ein. Ein Mann erlitt damals Stichverletzungen und kam ins Krankenhaus.

Doch auch gegen Wachleute gab es Anschuldigungen. So berichtete der Flüchtlingsrat Thüringen im Oktober, in dem Heim sei es mutmaßlich zu einem Übergriff von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes auf eine Familie gekommen. Dem sollen Beschwerden einer anderen Familie über diese Familie vorausgegangenen sein. Die Situation sei schließlich derart eskaliert, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mindestens einer Frau ein Handy mit Gewalt entrissen und sie im Beisein ihrer Kinder geschlagen haben sollen. Nach dem Vorfall wurden drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus der Einrichtung abgezogen.

Dass es in der Einrichtung immer wieder Straftaten gebe, liegt nach Auffassung von Thüringens Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) maßgeblich daran, dass dort so viele unterschiedliche Menschen für eine nur relativ kurze Zeit zusammenkommen. «Wer das negiert, ist nicht bereit, die Wirklichkeit zu erkennen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur im September.

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