Theaterprojekt : Kein Schlussstrich unter NSU-Taten

29.01.2021 Aufführungen, Lesungen und Konzerte zum Thema Extremismus: Zehn Jahre nach Bekanntwerden der Mordserie des «Nationalsozialistischen Untergrunds» wollen Theater in 13 Städten bundesweit an die Verbrechen der NSU-Terroristen erinnern. «Unter die Taten darf kein Schlussstrich gezogen werden», sagte Jonas Zipf, Vorsitzender des organisierenden Vereins «Licht ins Dunkel», bei der Vorstellung des Projekts am Freitag in Bonn.

Der rote Vorhang eines Theaters ist zu sehen. Foto: Marcus Brandt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am 4. November 2011 waren die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot aufgefunden wurden. Im Anschluss daran wurde die Mordserie bekannt: Der NSU hatte acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin ermordet. In Gedenken daran plant «Licht ins Dunkel» zwischen dem 21. Oktober und 7. November 2021 zahlreiche Veranstaltungen unter dem Titel «Kein Schlussstrich!».

«Die Taten müssen aufgearbeitet und Lehren daraus gezogen werden», sagte Zipf, der Werkleiter des städtischen Kulturbetriebs Jena (JenaKultur) ist. «Wir wollen das mit künstlerischen Mitteln tun.» Im Mittelpunkt sollten die Perspektiven der Opfer und Migranten-Communitys stehen, sagte Kurator Simon Meienreis: «Wir wollen auf offene Fragen aus der Sicht der Angehörigen und Opfer hinweisen.»

Zu den beteiligten Institutionen gehören unter anderem das Theater Chemnitz, das Theater Heilbronn, das Theaterhaus Jena, das Staatstheater Kassel, das Schauspiel Köln, das Staatstheater Nürnberg, das Theater Plauen-Zwickau, das Volkstheater Rostock, das Theater Rudolstadt-Eisenach und das Deutsche Nationaltheater Weimar.

Jedes der Häuser soll nach Angaben der Veranstalter eine Eigenproduktion zum Thema auf die Bühne bringen. Zudem soll es eine mobile Ausstellung unter dem Titel «Offener Prozess» geben sowie ein Oratorium mit Konzerten, die sich auf Texte zeitgenössischer Autoren beziehen. Hinzu kommen Diskussionen, Lesungen und wissenschaftliche Beiträge. Das Programm stehe unter dem Vorbehalt, dass solche Veranstaltungen angesichts der Corona-Pandemie Ende Oktober wieder möglich sind.

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