Hennig-Wellsow: Brandmauer zur AfD verteidigen

04.02.2021 Die Thüringer Linke-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow hat die CDU aufgefordert, die «Brandmauer zur AfD» zu verteidigen. «Heute wissen wir, es geht um Haltung. Das ist eine Anforderung an uns selbst. Aber es ist vor allem eine Forderung an die CDU», erklärte Hennig-Wellsow am Donnerstag anlässlich des bevorstehenden Jahrestages der Wahl von Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen der AfD. Susanne Hennig-Wellsow erreichte bundesweit große Bekanntheit, weil sie Kemmerich nach seiner Wahl einen Blumenstrauß vor die Cowboystiefel warf. Der Strauß war eigentlich für den Linke-Politiker und heutigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow gedacht, der bei der Wahl aber knapp mit einer Stimme weniger Kemmerich unterlag.

Susanne Hennig-Wellsow, Linke-Fraktionschefin, im Gespräch. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thomas Kemmerich wurde am 5. Februar überraschend zum Regierungschef in Thüringen gewählt. Es war das erste Mal in Deutschland, dass die AfD einem Politiker zu einem solchen Amt verhalf. Sie hatte dabei mit einem Kniff gearbeitet: Sie stellte einen eigenen Scheinkandidaten auf und ließ ihn im dritten Wahlgang mit null Stimmen zurück. Kemmerichs FDP hatte es bei der Landtagswahl überhaupt nur hauchdünn über die Fünf-Prozent-Hürde ins Parlament geschafft. Möglich wurde seine Wahl zum Ministerpräsidenten auch, weil viele CDU-Abgeordnete für ihn votierten.

Hennig-Wellsow erinnerte auch an die Menschen, die damals gegen diese Wahl auf die Straße gingen, um dagegen zu protestieren und nannte Kemmerichs Wahl eine «politische Schande».

Thüringens AfD-Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke verteidigte erneut das Vorgehen seiner Fraktion vor einem Jahr. «Am 5. Februar 2020 haben wir als AfD-Fraktion unser zentrales Wahlversprechen eingelöst und Herrn Ramelow abgewählt», erklärte Höcke am Donnerstag. Damit habe seine Fraktion ihre Pflicht getan. Höcke gilt als Rechtsaußen in der AfD und wurde vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextreme Führungsperson eingestuft.

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