Weiter Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen

09.03.2021 Frauen verdienen in Thüringen weiterhin weniger als Männer. Allerdings ist der Unterschied im Freistaat deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt, wie aus Zahlen hervorgeht, die das Statistische Landesamt am Dienstag anlässlich des bevorstehenden Equal Pay Days veröffentlichte.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch. Foto: Robert Schlesinger/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Equal Pay Day ist ein Aktionstag, der auf den Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst von Frauen und Männern aufmerksam machen soll. Je früher im Jahr der Equal Pay Day stattfindet, desto geringer ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Diese Lohnlücke wird auch als Gender Pay Gap bezeichnet.

Nach Daten der Statistiker lag der unbereinigte Gender Pay Gap in Thüringen im vergangenen Jahr bei fünf Prozent, während er im Bundesdurchschnitt bei durchschnittlich 18 Prozent lag. Demnach betrug der durchschnittliche Bruttostundenverdienst im Jahr 2020 von Thüringer Frauen 16,78 Euro, der von Thüringer Männern 17,69 Euro.

Während beim unbereinigten Gender Pay Gap auch strukturelle Unterschiede erfasst werden - etwa schlechtere Zugangschancen von Frauen zu manchen Berufen - gibt der bereinigte Gender Pay Gap den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien an.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag der bereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2018 bundesweit bei 5,9 Prozent und in Thüringen bei 5,7 Prozent. Damit verdienten Frauen in Thüringen im Jahr 2018 pro Stunde etwa 5,7 Prozent weniger als Männer, teilten die Statistiker mit.

Anlässlich des Equal Pay Day forderten mehrere Thüringer Politiker, der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen ein Ende zu setzen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Fraktion, Diana Lehmann, erklärte: «Auch die niedrigen Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier ein massives Problem bei Löhnen und Gehältern von Frauen besteht.»

Die stellvertretende Thüringer Linke-Chefin, Heike Werner, wies darauf hin, dass Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen über- und in Spitzenpositionen unterrepräsentiert seien.

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