Gesundheitsministerin: Impfquote muss steigen

22.03.2021 Rund 216 800 Menschen in Thüringen haben inzwischen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspreche einem Anteil von 10,2 Prozent an der Bevölkerung, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Deutschlandweit lag die Quote nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei neun Prozent. Höher war der Anteil demnach nur im Saarland mit 10,8 Prozent. Unter den Erstgeimpften in Thüringen sind den RKI-Angaben nach 27 700 Pflegeheimbewohner und rund 105 350 besonders alte Menschen.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zum zweiten Mal geimpft worden seien rund 101 300 Thüringer, was einer Quote von 4,7 Prozent entspreche. Laut RKI-Daten ist der Anteil in keinem anderen Bundesland höher. Allerdings ist seit langer Zeit auch kein anderes Bundesland so schwer von der Pandemie betroffen wie Thüringen. Seit Wochen weist der Freistaat die höchsten Infektionswerte auf.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) betonte: «Zehn Prozent sind ein wichtiges Etappenziel, aber wir müssen schnell deutlich höhere Bevölkerungsanteile erreichen, damit es einen spürbaren Effekt für die Pandemiebekämpfung gibt.» Mit mehr Impfstoff könnte schneller geimpft werden. Geringe Liefermengen bremsten die Impfkampagne. «Die Impfungen bei den Hausärzten müssen im April in der Breite beginnen und gleichzeitig sollen die Impfstellen und -zentren weiterlaufen.»

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Thüringer Landtag, Mario Voigt, forderte am Montag, dass nicht nur Haus- sondern auch Betriebsärzte impfen sollten. «Ebenfalls sollte auch Thüringen flächendeckend dazu übergehen, dass aus einer Ampulle Biontec-Impfstoff sieben anstelle der bislang jetzt noch sechs üblichen Dosen gezogen werden.» Dadurch würde schnell mehr Impfstoff zur Verfügung stehen.

Aktuell können im Terminvergabe-Portal www.impfen-thueringen.de freie Termine für das Impfzentrum in Gera gebucht werden. Sobald das Bundesgesundheitsministerium feste Impfstoff-Lieferzusagen für den April veröffentlicht, sollen weitere Termine freigeschaltet werden.

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