Leichtes Aufblühen auf dem Arbeitsmarkt: Probleme bleiben

31.03.2021 Eine leichte Frühjahrsbelebung macht sich auf dem Thüringer Arbeitsmarkt bemerkbar. Auf einzelnen Branchen lasten die Folgen Corona-Pandemie aber weiterhin schwer.

Das Hinweisschild für die Bundesagentur für Arbeit ist an einer Glasfläche vor einem Bürogebäude zu sehen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz der anhaltenden Corona-Krise hat das Frühjahr saisontypisch dem Thüringer Arbeitsmarkt eine leichte Entspannung gebracht. 69 600 Frauen und Männer waren im März in Thüringen ohne Job, 2100 weniger als im Februar, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Damit ging die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zurück. Allerdings lag die Gesamtzahl der Arbeitslosen um 9000 höher als im März vor einem Jahr. Stichtag der aktuellen Erhebung war der 11. März.

«Die Zeichen stehen auf vorsichtige Erholung: Trotz des anhaltenden Lockdowns zeigt sich die saisontypische Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt durch die steigende Kräftenachfrage und Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen», sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Vor allem bei Berufen im Freien komme Bewegung am Arbeitsmarkt auf, etwa auf dem Bau, der Landwirtschaft oder dem Gartenbau.

Behrens betonte mit Blick auf die Pandemie aber auch: «Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt und sichert die Frühjahrsbelebung ab.» Die Unternehmen haben demnach im März 600 Anzeigen auf Kurzarbeit für 6800 Mitarbeiter gestellt. Im Februar waren es mehr als 1500 Anzeigen für 14 100 Mitarbeiter gewesen. Inwieweit beantragte Kurzarbeit tatsächlich umgesetzt wurde, lässt sich erst mit einigen Monaten Abstand ermitteln.

Für Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie und die Veranstaltungs- oder Touristikbranche, die in der Pandemie von Schließungen und Einschränkungen besonders betroffen sind, bleiben Risiken, wie Behrens sagte. «Ob und in welchem Umfang dort durch Insolvenzen oder Betriebsstilllegungen weitere Arbeitsplätze verloren gehen, lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht ermessen.»

Problematisch sei auch die weiter steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen - ebenfalls eine Folge der Corona-Krise, so die Einschätzung der Experten. Im März stieg die Zahl der Frauen und Männer, die länger als ein Jahr ohne Job waren, um knapp 600 auf 25 200. Das seien 7500 mehr als im März 2020.

Der DGB Hessen-Thüringen verwies auf ein weiteres Problem: So sei die Arbeitslosigkeit bei unter 25-Jährigen in Thüringen im Vergleich zum März 2020 um 15,9 Prozent auf 6069 Personen und die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe auf 7 Prozent angestiegen. Dem Gewerkschaftsbund zufolge würden Unternehmen in der Krise zurückhaltender einstellten. Für junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, erhöhe sich die Gefahr, nicht übernommen zu werden. Berufseinsteiger hätten ein erhöhtes Risiko, dass befristete Arbeitsverträge nicht verlängert würden. «Es braucht für alle verbindliche Übernahmeregelungen», forderte Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen.

Bundesweit ist die Arbeitslosenzahl im März im Vergleich zum Februar um 77 000 auf 2,827 Millionen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote betrug 6,2 Prozent.

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