Zusätzliche Impfungen in Hotspots und Hausarztpraxen

05.04.2021 Thüringen ist seit Monaten das Bundesland mit dem höchsten Corona-Inzidenzwert. Nun sollen im Freistaat auch die Hausärzte in das Impfgeschehen eingreifen. Zudem wurden in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen Impfstrecken ausgebaut.

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringen drückt nach den Osterfeiertagen auf das Impftempo. So sollen ab diesem Mittwoch die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen im Freistaat beginnen. Dafür stünden in dieser Woche zunächst rund 20 000 Dosen des Wirkstoffs von Biontech/Pfizer bereit, sagte der Leiter des Pandemiestabs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Jörg Mertz, am Ostermontag der Deutschen Presse-Agentur.

In wie vielen der etwa 1400 Hausarztpraxen in Thüringen geimpft werde, darüber gebe es derzeit noch keinen Überblick. Ebenfalls zur Wochenmitte werden laut Mertz in den Corona-Brennpunkten im Freistaat zusätzliche Impfungen mit dem Biontech-Wirkstoff angeboten. Thüringen hatte nach einer Vereinbarung von Bund und Ländern für vier Kreise und die Stadt Gera rund 35 000 Impfdosen zusätzlich aus einem Sonderkontingent der EU erhalten.

Für die Immunisierung in den Corona-Hotspots seien neue Impfstrecken aufgebaut und vorhandene Kapazitäten erweitert worden, sagte Mertz. An diesem Mittwoch gehe es zunächst im Saale-Orla-Kreis, dem Wartburgkreis und dem Kreis Meiningen los. Im Kreis Greiz und in Gera werde aus logistischen Gründen in der nächsten Woche mit den zusätzlichen Impfungen begonnen. In den fünf Regionen sind die Infektionszahlen besonders hoch.

Unterdessen wurde auch über Ostern in Thüringen geimpft. Landesweit habe es knapp 10 000 Impfungen gegeben - am Ostermontag sollten es noch einmal 9000 sein, sagte Mertz. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen hatte sich im Freistaat über die Feiertage merklich verringert. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Ostermontag bei 227,2. Zum Vergleich: Am Karfreitag betrug der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen noch fast 255.

Das RKI weist aber darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter an allen Tagen Daten übermitteln. Das kann zur Folge haben, dass die vom RKI berichteten Fallzahlen eine eingeschränkte Aussagekraft haben. Trotz fallender Inzidenz bleibt der Freistaat aber nach wie vor das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland. Bundesweit lag der Inzidenzwert bei 128 (Stand 5. April, 3.09 Uhr).

Von Ostersonntag auf Ostermontag wurden in Thüringen 203 neue Infektionen gemeldet sowie zwei weitere Todesfälle. Seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 wurden damit 97 677 Infektionen nachgewiesen, 3387 Menschen starben an oder mit dem Virus.

In Thüringen waren die Kontaktbeschränkungen über Ostern etwas gelockert worden. Von Karfreitag bis Ostermontag durften sich zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen; zum Haushalt gehörende Kinder unter 14 Jahren wurden nicht eingerechnet. Nach Ostern gilt wieder die bisherige Regelung, wonach sich Angehörige eines Haushalts maximal mit einer weiteren Person treffen dürfen; Kinder werden auch hier nicht eingerechnet.

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