Kreisverband hält an Maaßen-Kandidatur für Bundestag fest

08.04.2021 Teile der Thüringer CDU halten auch nach einem Krisentreffen an der umstrittenen Nominierung des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen als Bundestagskandidat fest. Die Entscheidung darüber liege in der Verantwortung von vier Kreisverbänden in Südthüringen, sagte CDU-Landeschef Christian Hirte am Mittwochabend nach einem Treffen in Suhl. Der Kreisverband Schmalkalden-Meiningen bleibe dabei, Maaßen als Direktkandidaten für den Bundestag zu nominieren.

Hans-Georg Maaßen (CDU) bei einem Termin. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den kommenden Tagen würden sich die vier Kreisverbände über das weitere Verfahren und einen Termin verständigen, sagte Hirte. Offen sei derzeit noch, ob es weitere CDU-Kandidaten für den Wahlkreis 196 in Südthüringen geben werde.

Die Debatte habe gezeigt, dass die Personalie Maaßen innerhalb der CDU polarisiere und auf sehr unterschiedliche Meinungen stoße, so der Landesvorsitzende. Hirte: «Ich persönlich halte die Sichtweisen und den Stil von Maaßen für problematisch.» Der CDU-Landesvorstand erwarte von jedem Kandidaten, der in Thüringen für die Landtags- oder Bundestagswahl am 26. September nominiert werde, «eine klare Abgrenzung zur AfD», erklärten Hirte und CDU-Generalsekretär Christian Herrgott.

Die Nominierungsversammlung für den Bundestagswahlkreis sei noch im April geplant. Als ein möglicher Termin wurde laut Hirte der 23. April genannt.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, sowie einige Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete hatten sich ebenfalls kritisch zu dem Personalvorschlag geäußert. «Aus meiner Sicht ist Herr Maaßen in Stil und Inhalt schon länger nicht mehr kompatibel mit der Christlich-Demokratischen Union», hatte Wanderwitz erklärt, der für die sächsische CDU im Bundestag sitzt.

Maaßen hatte auf dpa-Anfrage bestätigt, er wolle für den Wahlkreis 196 in Südthüringen antreten. Der als besonders konservativ geltende Wahlkreis ist frei, nachdem der dortige Kandidat Mark Hauptmann im Zug der Masken-Affäre aus der CDU austrat.

Thüringens Innenminister und SPD-Landeschef Georg Maier forderte den CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet zum Eingreifen auf, um eine Kandidatur Maaßens zu verhindern. «Hier zeigt sich erneut eine Spaltung der CDU - mit einem starken Flügel, der zur AfD tendiert», zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) Maier. Hirte sei «als Parteivorsitzender augenscheinlich nicht in der Lage, sein Gewicht in der Weise umzumünzen, dass die Kreisvorsitzenden ihm folgen».

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