10 % der Thüringer mit vollständigem Covid-19-Impfschutz

27.04.2021 In Thüringen verfügen inzwischen zehn Prozent der Bevölkerung über einen vollständigen Impfschutz gegen Covid-19. Der Freistaat knackte die Marke als erstes Bundesland, wie aus Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervorgeht. Demnach haben 212 757 Menschen im Freistaat die notwendigen zwei Spritzen erhalten. Bei Erstimpfungen sind es 484 463, was einem Bevölkerungsanteil von 22,7 Prozent entspricht. «Das ist ein gemeinsamer Erfolg, den wir nur dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten zu verdanken haben», sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Deutschlandweit haben bislang 7,3 Prozent der Menschen zwei Impfdosen erhalten.

Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehr als die Hälfte aller Impfstoff-Dosen (51 Prozent) wurden in den 29 regionalen Impfstellen verabreicht. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) entfällt auf die drei überregionalen Impfzentren Erfurt, Gera und Meiningen. Rund 15 Prozent übernahmen die mobilen Impfteams, unter anderem in Pflegeheimen. Jede zehnte Impfung wurde in Hausarztpraxen verabreicht, das entspricht laut Ministerium etwa 70 000 Dosen. Auf die Thüringer Krankenhäuser entfällt ein Anteil von etwa sechs Prozent der Impfungen.

Um bei der Impfkampagne voran zu kommen, setzt Thüringen weiter auf den parallelen Einsatz von Impfzentren neben den Arztpraxen. Dies sei angesichts der zu erwartenden Impfstoffmengen nötig, hieß es aus dem Ministerium. Voraussichtlich im Juni soll in Leinefelde-Worbis ein weiteres großes Impfzentrum eröffnet werden. Allein für Mai ist vom Bundesgesundheitsministerium die Lieferung von mehr als 200 000 Dosen Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna für Thüringen angekündigt.

Nach den Impf-Beratungen von Bund und Ländern am Montag sollen in Deutschland spätestens ab Juni Corona-Impfungen für alle möglich sein, also ohne bisherige feste Reihenfolge (Priorisierung). Die Industrie- und Handelskammer Erfurt sieht darin auch einen Startschuss für Impfungen in Unternehmen durch Betriebsärzte. «Jetzt müssen Rahmen und Logistik mit der Landespolitik vereinbart werden, damit eine echte Beteiligung der Unternehmen an der Impfkampagne gewährleistet ist», forderte IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch am Dienstag.

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