Camping und Biergarten-Besuch bald möglich

04.05.2021 Noch ist die Corona-Notbremse fest angezogen. Doch beim Impfen geht es voran - und die Landesregierung bereitet die ersten Öffnungsschritte vor. Manchen reichen sie allerdings nicht aus.

Zwei Menschen sitzen bei gutem Wetter in einem Biergarten und stoßen mit einem Bier an. Foto: Tom Weller/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Noch sind die Inzidenzen in Thüringen zu hoch, doch mit der geplanten Corona-Verordnung bereitet das Land die ersten Öffnungsschritte vor. Bei stabilen Werten unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen sollen künftig wieder Besuche im Biergarten und bestimmte Formen des Tourismus möglich sein. Die neuen Regeln sollen am Donnerstag in Kraft treten, wie Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag ankündigte.

Die geplante Verordnung sehe automatische Öffnungsschritte unter anderem im Bereich der Außengastronomie, beim Camping, der Buchung von Ferienhäusern und körpernahen Dienstleistungen vor. «Zusätzlich können die Gebietskörperschaften weitere Regelungen treffen, entsprechend dem Stufenplan», sagte Werner. Voraussetzung sei, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100 liege. Wochenenden werden dabei nicht mitgezählt, unterbrechen die Zählung aber auch nicht.

Ein erster Entwurf für die Verordnung sah zuletzt vor, dass Campingplätze und Ferienhäuser gebucht werden dürfen, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt, es ein Infektionsschutzkonzept gibt und die Kontaktnachverfolgung sichergestellt ist. Alle anderen touristischen Übernachtungen sollen aber vorerst verboten bleiben. In Thüringen erreichte am Dienstag kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt eine Inzidenz von unter 100. Landesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 217 - und damit in Deutschland am höchsten.

Werner sagte, dass auch Änderungen für Pflegeheime geplant seien. Statt wie bisher dreimal wöchentlich muss sich Personal in Pflegeheimen, das geimpft oder genesen ist, künftig nur noch einmal pro Woche testen lassen.

Die Vize-Ministerpräsidentin und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) zeigte sich optimistisch, dass die dritte Welle der Corona-Pandemie bald gebrochen werden kann. «Erste Anzeichen dafür sehen wir schon jetzt, auch in der Intensivmedizin. Umso wichtiger ist es, bei steigendem Impftempo verlässliche Perspektiven zu schaffen.»

Siegesmund forderte, dass Geimpfte und Genesene «schnellstmöglich ihre Rechte als Bürgerinnen und Bürger zurückerhalten». Ihrer Ansicht nach wäre es hilfreich, als Nachweis für Genesene auch eine Antikörper-Untersuchung anzuerkennen. Bisher gilt als Nachweis nur ein positiver PCR-Test.

Außerdem plädierte die Ministerin dafür, mehr Möglichkeiten für Lockerungen zu nutzen. «Auch die Öffnung von Campingplätzen bei vernünftigen Hygienekonzepten sollten wir uns jenseits der starren 100er Regelung angucken.» Kirchen sollten ihrer Meinung nach selbst entscheiden können, Außengottesdienste abzuhalten.

CDU-Landtagsfraktionschef Mario Voigt sagte, in der geplanten Verordnung werde nicht deutlich genug zwischen Innen- und Außenbereichen unterschieden. Es sollten draußen seiner Meinung nach mehr Öffnungen möglich sein. «Da hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht.»

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