Männertag beschert Polizei einige Einsätze

14.05.2021 Obwohl das Wetter vielerorts in Thüringen wenig einladend für traditionelle Touren aussah, waren dennoch viele Menschen am Männertag unterwegs. Die Polizei wurde öfters auf den Plan gerufen.

Ein Blaulicht leuchtet auf einem Polizeifahrzeug. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Randalierer, betrunkene Fahrrad- und Autofahrer und einige Prügeleien: Allein zwischen 17.30 Uhr und Mitternacht zählte die Thüringer Polizei zum Männertag rund 600 Einsätze, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Freitag auf Anfrage sagte. Himmelfahrt gehört traditionell zu den einsatzstärksten Tagen der Beamten. In diesem Jahr sei es aber nicht nur um übliche Fälle wegen Körperverletzungen und Unfällen gegangen, sondern auch um Hinweise auf Verletzung von Corona-Regeln.

Wegen der noch hohen Infektionszahlen in Thüringen galt in den meisten Regionen die «Bundesnotbremse» unter anderem mit Kontaktbeschränkungen, die eigentlich keine großen Wandergruppen zuließen. Treffen durften sich nur Angehörige eines Haushalts mit maximal einer haushaltsfremden Person, wobei Kinder bis 14 Jahre, vollständig gegen Corona Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt wurden.

Wie im Mühltal bei Eisenberg ging es teilweise dennoch recht gesellig zu, auch auf Nahdistanz, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Teilweise hatten Wirte dort auf Bänken Aufkleber mit Abstandsmaß aufgebracht, um die Ausflügler an die Regelungen zu erinnern. Die Polizei hatte nach Angaben eines Sprechers Orte, an denen größere Menschengruppen aufeinander trafen, im Blick. Das galt etwa für die Burg Greifenstein bei Bad Blankenburg.

Insgesamt waren trotz teils widrigen Wetters viele Menschen in Thüringen am Donnerstag zu traditionellen Wandertouren aufgebrochen. Sie steuerten Ausflugsziele wie Burgen, Wälder und Stauseen an. Sie kauften Bratwurst, Kuchen und Getränke zum Mitnehmen oder brachten gleich selbst Proviant mit.

Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es etwa in Nordhausen. Dort soll ein unbekannter Mann laut Polizeimitteilung von Freitag auf einem Spielplatz einen 13-Jährigen vom Fahrrad gestoßen und gegen den Jungen getreten haben, der dabei leicht verletzt worden sei. In Gera soll ein 18-Jähriger Bierflaschen aus dem Handwagen von Wanderern gestohlen und dabei ein Messer vorgehalten haben. Polizisten stellten den Mann später.

Von den vielen betrunkenen Fahrradfahrern, von denen die Polizei berichtete, verletzte sich ein 41-Jähriger bei einem Sturz in Kammerforst (Unstrut-Hainich-Kreis) so schwer am Kopf, dass er in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Aus mehreren Regionen berichtete die Polizei von herausgerissenen Leitpfosten und beschädigten Verkehrsschildern.

Seit der Himmelfahrtstag zunehmend für Familienausflüge genutzt wird und nicht mehr für reine Männertouren, sinkt Polizeisprecher Patrick Martin zufolge auch die Zahl der Notrufe. Im vergangenen Jahr gingen von Mittwochabend bis Freitagmorgen rund 1100 Notrufe ein, 500 weniger als 2015.

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