Corona-Situation verbessert: Auch weniger Intensivpatienten

30.05.2021 Eine Corona-Inzidenz unter 50, das hat Thüringen schon lange nicht mehr erlebt. Am Sonntag wird die für die Entscheidung über Lockerungen der Pandemie-Regelungen wichtige Marke unterschritten.

Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die merkliche Entspannung der Corona-Situation hält in Thüringen an. Erstmals seit vielen Wochen lag die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner bei Neuinfektionen am Sonntag wieder unter dem Wert von 50. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert bei Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit 47,5 an.

Thüringen rutschte als letztes Bundesland unter den politisch bedeutsamen Schwellenwert. Am Samstag hatte er noch bei 51 gelegen, in der Mitte der Vorwoche (19. Mai) war er mit 115 noch mehr als doppelt so hoch. Das Bundesland mit der höchsten Inzidenz bleibt Thüringen allerdings. Bundesweit liegt der Wert bei 35,2.

Die Stadt Jena und der Saale-Holzland-Kreis wiesen am Sonntag sogar Werte unter 20 auf: In Jena lag die Inzidenz bei 16,2, im angrenzenden Landkreis bei 15,7. Der Landkreis mit dem auch bundesweit höchsten Inzidenzwert ist Hildburghausen (128,2), Sonneberg (100,2) folgt nach dem niedersächsischen Emden (112,2) an dritter Stelle.

Die Lage auf den Intensivstationen der Krankenhäuser entspannt sich weiter: Laut dem bundesweiten Bettenregister wurden am Sonntag noch 96 Covid-19-Erkrankte in Thüringen intensivmedizinisch behandelt. Sie machen laut Register knapp 15 Prozent der Intensivpatienten aus. Wochenlang waren es zuvor mehr als 200 gewesen. Teilweise war die Lage so prekär, dass einzelne Patienten in andere Bundesländer - teilweise bis nach Hamburg - verlegt werden mussten.

In immer mehr Landkreisen und kreisfreien Städten wird angesichts der Entwicklung die sogenannte Corona-Notbremse gelöst. Am Montag fallen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der Stadt Suhl und den Kreisen Greiz, Nordhausen, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen sowie im Wartburgkreis unter anderem Ausgangsbeschränkungen weg. Der Einzelhandel darf hier mit Tests und Kontaktverfolgung von Kunden wieder vollständig öffnen, Außengastronomie und touristische Übernachtungen auf Campingplätzen, in Ferienhäusern und -wohnungen sind wieder möglich.

Die Kommunen hatten am Samstag den fünften Werktag in Folge den dafür notwendigen Schwellenwert von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner unterschritten. Damit sind ab Montag in 16 der 23 Thüringer Kreise und kreisfreien Städte die Notbremse-Beschränkungen außer Kraft.

Von Samstag auf Sonntag meldeten die Gesundheitsämter in Thüringen 123 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich rund 127.000 Menschen in Thüringen mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. 4202 Infizierte starben, als genesen gelten rund 120.000. Aktuell erkrankt sind etwa 3200 Menschen.

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