«Sehr gewalttätig»: Mehrjährige Haftstrafen für Altenburger

31.05.2021 Zwei junge Männer holen sich Bier an der Tanke, treffen auf einen Nachbarn. «Dort beginnt, was für ihn ein verhängnisvolles, tragisches Ende nehmen wird», sagt der Richter. Am Montag fiel das Urteil.

Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwei junge Männer sind zu mehrjährigen Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt worden. Der 19 Jahre alte Angeklagte wurde am Montag vor dem Landgericht Gera zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt, sein 24 Jahre alter Mittäter zu sechs Jahren und vier Monaten. «Wir haben es mit Tätern zu tun, die sehr abgebrüht und sehr gewalttätig vorgingen», sagte der Richter. Die beiden jungen Männer aus Altenburg standen seit Mitte März wegen des Erstickungstodes eines Mannes vor Gericht.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie den 52-Jährigen im vergangenen Februar an seiner Wohnungstür attackierten, nachdem er ihnen zuvor angeboten hatte, sie für sexuelle Dienstleistungen zu bezahlen. Kurz darauf hatten die beiden Täter laut Gericht mit Schlägen und Tritten sowie der 19-Jährige mit einem Messer so massiv und «kaltblütig» auf den Nachbarn eingewirkt, dass der Mann schwerste Frakturen erlitt und an einer Atemlähmung starb.

Beide Angeklagten waren teilgeständig und entschuldigten sich vor der Urteilsverkündung. «Wenn ich es rückgängig machen könnte, würde ich es machen» sagte der eine. «Tut mir wirklich leid, was wir da fabriziert haben», der andere. Der Richter bezog die Entschuldigungen mit ein, bezeichnete sie aber als «sehr allgemein».

Das Strafmaß des 19-Jährigen stufte der Richter aus zwei Gründen höher ein: Zum einen stehe der Mann wegen insgesamt zwei Taten «in ganz kurzem Abstand» vor Gericht. Zum anderen sei er «der Haupttäter», so der Richter. Er habe die größte Kaltblütigkeit gezeigt und das Opfer umbringen wollen. Der Vorwurf des Mordes gegen die beiden Männer wurde jedoch fallengelassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Angeklagten eine Jugendfreiheitsstrafe von neun und sieben Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Haftstrafe von fünf und fünfeinhalb Jahren.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich zufrieden mit dem Schuldspruch. Einer der beiden Verteidiger kündigte kurz nach der Urteilsverkündung an, dass von ihm und seinem Mandanten nicht mit einem Einspruch zu rechnen sei.

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