Einfluss der Corona-Pandemie auf Arbeitsmarkt sinkt

01.06.2021 Thüringens Arbeitsmarkt erholt sich von der Krise. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Mai sogar deutlicher als vor der Corona-Pandemie im Frühjahr 2019 zurück.

Ein Schild weist den Weg zum Jobcenter Erfurt. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frühjahrsbelebung sowie erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen sorgen für eine weitere Entspannung auf dem Thüringer Arbeitsmarkt. Im Mai verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu April um 2900 auf 64 900, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Dienstag mitteilte. Das waren 5600 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Der für das Frühjahr saisontypische Rückgang sei damit stärker ausgefallen als vor der Corona-Pandemie 2019.

Die Thüringer Arbeitslosenquote sank im Mai wieder unter die Marke von 6,0 Prozent und war mit 5,9 Prozent die niedrigste in Ostdeutschland und geringer als beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Bremen.

«Der Arbeitsmarkt erholt sich zunehmend von der pandemiebedingten Krise», erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Viele Arbeitgeber blickten jetzt wieder optimistisch auf die nächsten Monate und meldeten neue Stellen. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen gehe zurück. «Gleichzeitig stabilisiert das Instrument der Kurzarbeit weiterhin die Wirtschaftsbereiche, die nach wie vor von Einschränkungen und der konjunkturellen Krise betroffen sind», sagte Behrens.

Die Situation bei Neuanträgen für Kurzarbeit änderte sich nur wenig. Kurzarbeit meldeten im Mai rund 300 Unternehmen für etwa 5000 Beschäftigte. Im April waren es rund 400 Kurzarbeitsanzeigen für 4700 Arbeitnehmer. Relativ hoch sei der Anteil im Maschinenbau mit 1500 Beschäftigten.

Im Mai ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen leicht zurück - um 300 auf 25 600. Die Situation von Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, bleibe aber schwierig, so die Arbeitsmarktexperten. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen sei während der Pandemie stark gestiegen - von 27,6 Prozent auf jetzt 39,4 Prozent. «Häufig sind aber die Langzeitarbeitslosen diejenigen, die als letzte von einem Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren», so der Agenturchef.

Der Mai hatte in einigen Regionen Thüringens erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen für Einzelhandel und Gastronomie mit sich gebracht.

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