Ohne Absage: Tausende Impftermine werden nicht eingehalten

02.06.2021 Corona-Impftermine sind heiß begehrt. Umso ärgerlicher ist es, wenn gebuchte Termine einfach verfallen - weil Impfwillige es sich anders überlegen und nicht mal eine Absage für nötig halten.

Eine Arzthelferin impft eine Patentin mit einer Spritze. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den Thüringer Impfstellen und Impfzentren mehren sich die Absagen vereinbarter Termine für Corona-Impfungen. Dies zeichne sich seit April ab, also seit die Hausärzte in die Impfkampagne miteinbezogen worden seien, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) der Deutschen Presse-Agentur. Allein in der Woche vom 17. bis 23. Mai mit rund 65 600 vereinbarten Terminen hätten fast 2000 zur Impfung angemeldete Menschen diesen nicht wahrgenommen. «Konkret: 1,3 Prozent der Erst- und 7,4 Prozent der Zweittermine wurden nicht eingehalten», sagte der Sprecher. Die KV ist für die Organisation der Immunisierung gegen Covid-19 in Impfstellen und Impfzentren zuständig.

Die Leidtragenden von unentschuldigt abgesagten Terminen sind nach Beobachtung der KV jene Menschen, die zwar derzeit schon impfberechtigt sind, aber wegen der großen Nachfrage nach Corona-Impfstoff bislang noch keinen Termin über das zentrale Impfportal des Landes erhalten konnten. Zudem verursachten ohne Absage nicht wahrgenommene Termine einen erheblichen Aufwand in den Impfzentren, sagte der Sprecher. «Schließlich wird dann eigentlich verplanter Impfstoff verfügbar, für den dann kurzfristig über die Wartelisten der Impfstellen und Impfzentren Ersatz gesucht werden muss.» Bei ordnungsgemäßer Absage könnten die Termine hingegen wieder über das Portal vergeben werden.

Warum Menschen gebuchte Termine verfallen lassen, kann die KV nicht einschätzen. Sie hält eine Kollision mit beruflichen oder privaten Verpflichtungen für möglich. Allerdings sei es auffällig, dass Zweittermine seit dem Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne vermehrt nicht wahrgenommen würden, hieß es. Es liege deshalb die Vermutung nahe, dass manche Menschen sich die zweite Spritze bei einem Hausarzt geben lassen - auch um sie so früher zu erhalten.

Gut vier von zehn Menschen im Freistaat haben nach Angaben der Landesregierung inzwischen eine Erstimpfung mit einem Corona-Impfstoff erhalten. Ein Fünftel der Bevölkerung verfügt nach zwei Spritzen über den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19.

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