Gewerkschaft: 350 Beschäftigte bei Streiks im Einzelhandel

04.06.2021 Im Tarifkonflikt des Einzelhandels haben am Freitag nach Gewerkschaftsangaben rund 350 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt und Thüringen kurzzeitig ihre Arbeit niedergelegt. Am Morgen hatte die Gewerkschaft Verdi nach einer ersten Tarifrunde zu Warnstreiks aufgerufen. «Das war in der Kurzfristigkeit der Sache eine gute Resonanz», sagte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago der Deutschen Presse-Agentur. In Ost- und Südthüringen sowie Erfurt seien rund 250 Beschäftigte dem Aufruf gefolgt, im Süden und Norden von Sachsen-Anhalt rund 100. Insgesamt seien 17 Betriebe betroffen gewesen.

Ein Demonstrant hat eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di» an. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die erste Tarifrunde für die rund 280 000 Beschäftigten der Branche war am Dienstag ergebnislos beendet worden. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 4,5 Prozent mehr Lohn und einen Zuschlag von 45 Euro im Monat, dazu ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Für kommende Woche sind weitere Aktionen geplant. «Wir wollen den Arbeitgebern deutlich zeigen, dass die Beschäftigten spürbare Einkommenserhöhungen erwarten», sagte Lauenroth-Mago.

Nach Angaben einer Sprecherin einer Kaufland-Filiale in Erfurt war der Betrieb für Kunden nicht eingeschränkt. «Die Filiale hat regulär geöffnet, die Kunden können wie gewohnt ihre Einkäufe tätigen.» Man respektiere die Teilnahme von Mitarbeitern an Arbeitskämpfen als legitime Möglichkeit für Arbeitnehmer, Forderungen zum Ausdruck zu bringen. «Das Unternehmen steht zum Tarifvertrag des Einzelhandels und wird dies auch in Zukunft tun», teilte Kaufland mit. Man würde es begrüßen, wenn die Tarifparteien sich zeitnah auf einen Abschluss einigten.

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