Anpfiff fürs Rudelgucken in Thüringen

13.06.2021 Deutschland-Fähnchen und Plastikblumenketten in Schwarz-Rot-Gold: Auch in Corona-Zeiten können Fußballfans in Thüringen aktuell die Europameisterschaft gemeinsam verfolgen. In einigen Kommunen sind spezielle Events angekündigt - allerdings gelten Regeln.

Fußballfans verfolgen ein Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer. Foto: Sebastian Stenzel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt/Gera/Apolda/Weimar - Der Ball rollt schon in den Stadien der Europameisterschaft. Doch für viele hiesige Fans dürfte die EM erst am Dienstag so richtig losgehen. Dann spielt erstmals Deutschland und tritt dabei ausgerechnet gegen Weltmeister Frankreich ein. Die gute Nachricht: Auch in Thüringen dürfen Fans dann grundsätzlich gemeinsam in Kneipen oder bei speziellen Veranstaltungen mitfiebern.

Dabei sind aber Corona-Auflagen zu beachten, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. So gelten etwa Abstands- und Hygieneregeln. Was konkret erlaubt ist, richtet sich nach der Infektionssituation in den jeweiligen Landkreisen und Städten. So können Kommunen mit einer konstanten Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 etwa auf feste Regeln für Kontaktbeschränkungen unter freiem Himmel verzichten. Gastronomen aber müssen dann in geschlossenen Räumen noch eine Kontaktnachverfolgung gewährleisten. Bars und Kneipen können zudem selbst schärfere Regeln aufstellen, um etwa ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen.

«Egal, ob Veranstalter, Gastronom oder Fußballfan, es sollte jedem bewusst sein, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist», betonte eine Ministeriumssprecherin. Auch, wenn Infektionswerte im Moment niedrig seien, bestehe weiterhin ein Ansteckungsrisiko. «Wir appellieren hier auch weiter an die Vernunft der Menschen, keine unnötigen Infektionsrisiken einzugehen, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere zu schützen.»

In JENA wurde etwa bereits ein Rudelgucken in einem Biergarten genehmigt. Andere Anmeldungen würden noch geprüft, hieß es auf Anfrage bei der Stadtverwaltung. Bei der Genehmigung achte die Stadt auf die örtliche Begebenheit und den vorhandenen Platz, um sicher zu stellen, dass Abstände eingehalten werden können. Dabei spiele auch eine Rolle, wie viele Gäste beim Rudelgucken dabei sein sollen. Unter anderem brauchen Veranstalter ein Infektionsschutzkonzept.

Auch WEIMAR hat grundsätzlich erlaubt, dass in der Klassikstadt Fans zu speziellen Veranstaltungen gemeinsam die Spiele verfolgen dürfen. Bei der Organisation seien aber die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Zudem müssten Stühle für das Publikum bereitgestellt werden, so die Stadtverwaltung.

Fußballfans in APOLDA (Kreis Weimarer Land) können das Auftaktspiel der deutschen Elf voraussichtlich auf dem Hof der Vereinsbrauerei Apolda verfolgen - mit begrenzter Personenzahl. Das Unternehmen hat das Rudelgucken als öffentliche Veranstaltung beim Gesundheitsamt angezeigt, wie Geschäftsführer Carsten Schütz sagte. Zumindest am Freitag lief die Prüfung des Antrags aber noch.

In GERA wurde bislang mindestens ein «Public Viewing» angemeldet: Eine Bar lädt zu einer «Light-Version» des sonst großen Events mit einem zusätzlichen Biergarten ein, wo die Spiele verfolgt werden können. Um Reservierung wird gebeten.

ERFURTER Fans können laut Ankündigung auf der Website etwa in einem Biergarten im Zughafen auf Bildschirmen und Großbildleinwand mitfiebern.

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