Familienimpftage am Wochenende: Betriebsimpfungen gestartet

15.06.2021 Um der Corona-Impfkampagne zusätzlichen Schwung zu verleihen, werden Familien und Betrieben neue Angebote unterbreitet. Unterdessen vermeldet das Gesundheitsministerium das Erreichen einer wichtigen Marke bei der Immunisierung.

Nach der Corona-Impfung klebt ein Pflaster auf einem Oberarm. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kinder und Jugendliche, Angehörige von Firmen ohne eignen Betriebsarzt: Im Kampf gegen das Corona-Virus nimmt Thüringen weitere Zielgruppen in die Impfkampagne auf. So können sich ab sofort Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren um einen Impftermin in einer der 29 Impfstellen bemühen. An den beiden kommenden Wochenenden soll es dafür Familienimpftage geben, wie das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium am Dienstag in Erfurt mitteilten. Auch in den Betrieben im Freistaat soll es mit den Impfungen vorwärts gehen - ein Modellprojekt startete ebenfalls am Dienstag.

Für die Familienimpftage stehen an den Wochenenden vom 19. und
20. Juni sowie vom 26. und 27. Juni insgesamt 27.000 Termine zur Verfügung. Geimpft werde das Vakzin von Biontech/Pfizer. Damit soll den jungen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich zusammen mit ihren Eltern oder nächsten Verwandten wie den Großeltern impfen zu lassen. Bislang konnten sich Kinder und Jugendliche bereits von den Kinderärzten impfen lassen.

In Erfurt, Suhl und Gera werden im Rahmen eines Pilotprojektes am Dienstag, Mittwoch und Freitag laut Gesundheitsministerium insgesamt 600 Beschäftigte von 30 Unternehmen geimpft. Diese Firmen sind so klein, dass sie selbst keine eigenen Betriebsarzt-Strukturen haben. Die Impfungen finden in Kooperationen mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern statt.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) forderte in diesem Zusammenhang eine Sonderzuweisung von Corona-Impfdosen des Bundes an die ostdeutschen Bundesländer. Damit müsse ein Nachteil ausgeglichen werden, der dadurch entstehe, dass es im Osten nicht so viele große Unternehmen wie im Westen und damit weniger Betriebsärzte gebe, sagte Werner. Immerhin könnten durch weniger Betriebsärzte auch weniger Menschen gegen das Coronavirus immunisiert werden.

Unterdessen sind in Thüringen seit Beginn der Corona-Impfungen eine Million Menschen mindestens einmal gegen das Virus geimpft worden. Der einmillionste Impfling habe bei der Impfaktion für Betriebe in Erfurt eine Spritze erhalten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hatten bis Montag 996.109 Menschen die erste Impfdosis erhalten; über den vollständigen Impfschutz hätten 562.440 verfügt. Damit seien 46,7 Prozent der Thüringer erst- und 26,4 Prozent zweitgeimpft.

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