Bislang rund 15 Millionen Euro für Impfzentren

16.06.2021 Miete für Räume, Honorare, andere Personalkosten: Der Betrieb von Corona-Impfzentren ist für Krankenkassenbeitrags- und Steuerzahler nicht billig. Auch deshalb wird über deren Zukunft diskutiert.

Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Betrieb der Corona-Impfzentren und regionalen Impfstellen hat in Thüringen bislang mindestens rund 15,3 Millionen Euro gekostet. Dieser Betrag fiel im Zeitraum von November bis Ende März an, wie das Thüringer Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Davon entfallen rund 8,3 Millionen Euro auf Personalkosten, gut eine Million Euro auf Mieten und Nebenkosten und weitere rund 5,4 Millionen Euro auf Sachkosten. Letztere umfassen etwa Ausgaben für die Einrichtung der Impfstellen, die seit Ende des vergangenen Jahres anfielen.

Der Weiterbetrieb der Impfzentren wird derzeit bundesweit kontrovers diskutiert, am Mittwoch soll sich die Gesundheitsministerkonferenz mit dem Thema beschäftigen. In der Kostenaufstellung für die seit Mitte Januar schrittweise in Betrieb gegangenen Thüringer Impfstellen und -zentren schlagen beispielsweise die Honorare für die Impfärzte mit knapp 1,56 Millionen Euro zu Buche. Pro Stunde erhalten in den Impfzentren spritzende Ärzte laut Kassenärztlicher Vereinigung 175 Euro. Impfungen in Arztpraxen würden mit 20 Euro pro Patient vergütet. Hochgerechnet auf eine Stunde seien Corona-Impfungen in den Praxen unterm Strich nicht unbedingt kostengünstiger, hieß es.

Groß sind die Unterschiede bei den Raummieten. Teuer ist das Impfzentrum auf der Erfurter Messe, einer Landesgesellschaft. Dort sind von März bis Ende Mai rund 716.000 Euro Mietkosten angefallen. Die wesentlich kleinere Impfstelle im Helios Klinikum hingegen kostete im gleichen Zeitraum 2000 Euro Miete.

Die Länder tragen die Kosten für den Betrieb der Einrichtungen zur Hälfte; der Rest wird aus dem Gesundheitsfonds, in den Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen sowie Steuermittel fließen, und von den privaten Krankenversicherungen finanziert. Der Bund hat den Ländern die Mitfinanzierung der Impfzentren bis Ende September zugesichert.

Nach Prognosen des Thüringer Hausärzteverbandes werden die Einrichtungen über diesen Zeitraum hinaus nicht mehr benötigt. «Bis Ende August sind die meisten Menschen, die es wollen, durchgeimpft», sagte der Verbandsvorsitzende Ulf Zitterbart. «Dann wird die Nachfrage spürbar sinken.» In Thüringen gibt es aktuell vier große Impfzentren in Erfurt, Gera, Meiningen und Leinefelde sowie 29 kleinere regionale Impfstellen. Laut KV sollen die Einrichtungen in Meiningen, Gera und Leinefelde Ende August wieder schließen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News